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Berlin – „Mein Kind war immer die Musik“, sagt Bernd Heinrich Graf (56). Der Sänger der Band Unheilig ist Millionen Menschen als der Graf bekannt. Stadien füllen sich, um seiner rauen Stimme und den zarten Texten zu lauschen. Doch wenige kennen ihn abseits der großen Bühne. Im BILD-Interview spricht der Sänger so privat wie nie. Der Graf verrät: Er hat keine Kinder, dafür aber einen Dackel. Und das hat einen guten Grund.
„Ich wurde so erzogen, dass man erst ein Kind bekommen sollte, wenn man hundertprozentig dafür sorgen kann“, sagt der Graf zu BILD. Der richtige Moment kam nie, obwohl er seine große Liebe schon eine gefühlte Ewigkeit kennt.
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Er lernte seine Frau bereits mit fünf Jahren im Urlaub am Bodensee kennen. „Wir haben eine Woche gemeinsam gespielt.“ Pause, er schmunzelt. „Danach sagte ich zu meiner Mutter: Wenn ich groß bin, heirate ich sie.“ Es klingt wie ein Märchen. Aber es ist wahr.
Hören Sie hier den BILD-Podcast mit dem GrafenDer Graf hatte nie den Plan, eine Familie zu gründen
Seine Frau unterstützte ihn jahrelang, auch finanziell. Glaubte an ihn, als er selbst zweifelte. 2009 wollte er mit der Musik aufhören. „Kurz vor der Veröffentlichung unseres Albums ‚Große Freiheit‘ habe ich gesagt: Ich habe keinen Bock mehr. Ich höre auf.“ Sie sagte nur: „Mach mal weiter, mach weiter.“ Er hörte auf sie, wieder einmal. „Ohne meine Frau hätte ich aufgehört.“

Der Graf im Jahr 2010 auf der Bühne. Im Jahr zuvor dachte er darüber nach, seine Musikkarriere hinzuschmeißen
Foto: PublicAd
Aber warum kamen mit dem Erfolg und der finanziellen Sicherheit nicht auch Kinder? Der Graf: „Wir hatten nie den großen Plan, eine Familie zu gründen.“ Stattdessen teilen die Grafs ihr Leben mit ihrem Dackel Vincent. „Wir lieben Hunde, hatten immer welche.“ Vincent ist ein Familienmitglied, das tägliche Glück auf vier Pfoten.
Der Graf spricht über sein Stottern in der Kindheit
Im Gespräch mit BILD geht der Graf auch ganz offen auf sein Stottern ein. „Ich bin von Kindheit an ein Stotterer.“ Von einem Tag auf den anderen ist nichts mehr wie vorher. „Da hat sich mein Leben schlagartig geändert.“ Die Kinder lachen ihn aus. Lehrer glauben, er sei „dumm in der Zeit“. Schule wird „wirklich ein Kampf“.

BILD-Vize Tanja May und der Graf beim „Silvester Schlagerbooom“ in München, Dezember 2025
Foto: Theo Klein/BILD
Seine Eltern, die erst vor Kurzem starben, unterstützten ihn, wo sie nur konnten. Logopädie, Psychologen. „Ich habe einmal in der Woche über mein Leben geredet. Ob es geholfen hat, weiß ich nicht.“ Die Eltern traf das Stottern ihres Sohnes, doch sie kümmerten sich rührend um ihn.
„Meine Mama hat mich in allen Dingen bestärkt. Sie hat mir – als ich in der Schule Angst hatte – in meine Schulbücher, meine Schulmäppchen, meinen Schulranzen, mein Butterbrotpapier kleine Zettel geklebt, auf denen stand: ‚Du kannst das. Hab keine Angst. Du schaffst das.‘ Das war total schön.“