Der Zugverkehr der Rheinbahn ist in diesen Tagen aufgrund des Warnstreiks ohnehin schon eingeschränkt. Nun folgt die nächste Hiobsbotschaft: Nach einem Vorfall auf der Überlandstrecke nach Krefeld sind mehrere Stadtbahnfahrzeuge der Rheinbahn beschädigt worden und aktuell nicht einsatzfähig. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Nach ersten Erkenntnissen könnte ein in die Oberleitung ragender Baum zu Schäden an mehr als 20 Fahrzeugen geführt haben. Das ist laut Rheinbahn auf Meerbuscher Gebiet zwischen den Haltestellen Forsthaus und Landsknecht der Fall gewesen.
Die Auswirkungen auf den Betrieb werden aktuell bewertet, heißt es. Insbesondere für kommenden Freitag seien spürbare Einschränkungen im Stadtbahnbetrieb möglich, man wolle fortlaufend informieren. Christian Finke, Bereichsleiter Betrieb: „Die beschädigten Fahrzeuge stehen aktuell nicht zur Verfügung. Gleichzeitig setzen wir alles daran, den Betrieb so stabil wie möglich aufrechtzuerhalten und Auswirkungen für unsere Fahrgäste zu begrenzen.“ Allerdings: Am Mittwoch und Donnerstag wird in den Werkstätten gestreikt.
Der betroffene Streckenabschnitt sei umgehend überprüft und gesichert worden. Entlang der Strecke wird zusätzlich nach möglichen weiteren Problemstellen gesucht. Parallel werde die gesamte Fahrzeugflotte kontrolliert. Zudem werde mit den Fahrern gesprochen. Tomasz Karbowski, Bereichsleiter Fahrzeuge, sagt: „Wir prüfen alle Fahrzeuge sorgfältig und treiben die Instandsetzung mit Hochdruck voran. Erste Fahrzeuge sind bereits wieder im Einsatz.“
Aufgrund begrenzter Ersatzteile sei die Reparatur jedoch aufwendig. Die Rheinbahn arbeite eng mit dem Hersteller zusammen; Komponenten sollen kurzfristig geliefert werden. Parallel werden weitere Maßnahmen geprüft, um den Prozess zusätzlich zu beschleunigen, heißt es. Hierzu liefen auch Gespräche mit anderen Verkehrsunternehmen, die identische Fahrzeugkomponenten einsetzen. Getroffen hat es jeweils die Stromabnehmer auf den mehr als 20 Fahrzeugen. Beschädigt worden sind sie mal stärker und mal weniger stark.
Die ersten Defekte sind laut Rheinbahn am Montag aufgefallen. Die betroffenen Bahnen konnten zunächst weiterfahren. Warum die Probleme nicht unmittelbar bemerkt wurden, wird ebenfalls untersucht.
Betroffen sind Bahnen des neuen Typs HF6 und des alten Typs B80. Somit sind Folgen für den Fahrdienst auf von Hochflur-Stadtbahnen bedienten Strecken zu erwarten, insbesondere gilt das laut Rheinbahn für die Linien U70, U75, U76, U77, U78 und U79.