Das iranische Regime ist mit Wladimir Putin verbündet. Doch als die USA und Israel den Iran Ende Februar angegriffen haben, hat der Kreml-Herrscher nichts dagegen unternommen. So zumindest lautete eine Annahme kurz nach Ausbruch des jüngsten Kriegs in Nahost – die zunehmend falsch zu sein scheint.
Denn nicht mal drei Wochen später hat sich das Bild verändert. Die „Washington Post“ hatte bereits berichtet, dass Russland dem Iran sehr wohl hilft – und zwar dabei, US-Basen in der Region zu beschießen. Entsprechende geografische Daten wurden demnach an die Iraner übermittelt, die selbst nur über wenige militärische Satelliten verfügen.
Offiziell ist das nicht. In den USA wird der Bericht offenbar geglaubt: US-Präsident Donald Trump ging im Interview mit „Fox News“ davon aus, dass Putin dem Iran „ein bisschen“ helfen könnte. Wobei sich nun abzeichnet, dass diese Hilfe in Wahrheit größer ist.
Russland schickt Bilder, der Iran bombardiert
Das „Wall Street Journal“ hat jetzt nämlich einen weiteren Artikel über die Unterstützung aus Moskau veröffentlicht, gestützt auf mehrere Quellen, darunter ein hochrangiger europäischer Geheimdienstbeamter. „Im Golfraum soll Moskaus Unterstützung dem Iran bei den jüngsten Angriffen auf US-Radarsysteme in der Region geholfen haben“, heißt es in dem Bericht.
Demnach konnte die iranische Armee Ziele in Jordanien, Bahrain, Kuwait und Oman treffen, weil entsprechende Satellitenbilder von Russland zur Verfügung gestellt worden seien.
Teherans Drohnen wurden von den Russen verbessert
Zusätzlich zu Bildern militärischer Standorte schickt Russland offenbar auch Drohnen. Damit würde sich ein Kreis schließen. Es war schließlich der Iran, der Moskau mit Angriffsdrohnen des Typs Shahed für Attacken in der Ukraine belieferte. Die Russen bauten diese Drohnen nach, verbesserten sie etwa durch bessere Zielmanövrierung, und liefern sie dem „Wall Street Journal“ zufolge nun zurück in den Iran.
Doch Teheran profitiert offenbar nicht allein von technischen Upgrades der eigenen Kreation.
Analysten haben dem Bericht nach bemerkt, dass der Iran massenweise Drohnen vor Raketenschlägen einsetzt – ganz so, wie es Russland auch in der Ukraine macht, um die Verteidiger mit dem Schwarm an billigen Flugkörpern von den gefährlicheren Raketen abzulenken.
Die Quellen des „Wall Street Journals“ sagen dazu: Ausgehend von den eigenen Erfahrungen im Ukrainekrieg versorgt Russland den Nahost-Verbündeten mit Wissen über den Drohneneinsatz betreffend Einsatzmenge und Flughöhe. Also profitieren jetzt offenbar beide Seiten des Irankriegs von Wissen, das in der Ukraine gewonnen wurde, weil ja andererseits auch Kiew laut Präsident Wolodymyr Selenskyj Drohnenexperten in die Golfregion geschickt hat.
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Wie sehr nützt dem Iran die Hilfe aus Russland? Der Militärforscher und ehemalige CIA-Mitarbeiter Jim Lamson sieht laut „Wall Street Journal“ eine wichtige, gleichwohl begrenzte Rolle Moskaus. Der hauptsächlich mit der Invasion in der Ukraine beschäftigte Kreml möchte US-Präsident Donald Trump offenbar nicht zu sehr verärgern. (TMA mit dpa)