Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Ukraine: Starker Anstieg bei russischen Verlusten

Aktualisiert am 18.03.2026 – 23:40 UhrLesedauer: 9 Min.

Russische Soldaten feuern aus einem Geschütz: Die Ukraine will Hunderte an einem Tag getötet haben. (Archivbild)Vergrößern des Bildes

Russische Soldaten feuern aus einem Geschütz: Die Ukraine will Hunderte an ein einem Tag getötet haben. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Sergey Bobylev/imago)

Die Ukraine meldet viele tote russische Soldaten. Ein Kremlpropagandist will Putin vor Gericht sehen. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Die russische Armee hat in den Abendstunden mit Drohnen mehrere Ziele im Westen der Ukraine angegriffen. In der Großstadt Lwiw habe eine Drohne das regionale Hauptquartier des Geheimdienstes SBU beschädigt, teilte Militärgouverneur Maksym Kosyzkyj auf Telegram mit. Verletzte habe es nicht gegeben.

Im Gebiet Wolyn wurde eine Anlage der Energieversorgung nahe der Stadt Nowowolynsk attackiert. Deswegen fiel für etwa 30.000 Haushalte der Strom aus, wie Militärgouverneur Roman Romanjuk auf Telegram schrieb. Die ukrainischen Gebiete Lwiw und Wolyn grenzen an das EU- und Nato-Mitglied Polen.

Am Mittwoch hat der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte einen ungewöhnlich starken Anstieg russischer Verluste gemeldet: Innerhalb eines Tages seien 1.710 Soldaten getötet oder verwundet worden.

Am Vortag lag die Zahl noch bei 930, am Montag bei 760. In den Wochen zuvor bewegten sich die Angaben meist auf diesem Niveau. Solche sprunghaften Anstiege gelten als selten, treten jedoch gelegentlich auf.

Als Grund nennt die ukrainische Seite eine Eskalation russischer Angriffe. Der Kommandeur der Drohnenstreitkräfte, Robert Brovdi, erklärte, in den Regionen Donezk und Saporischschja habe es massive Sturmangriffe gegeben. Innerhalb von anderthalb Tagen seien dort rund 900 russische Soldaten getötet oder verwundet worden – und das auf einem Frontabschnitt von nur etwa 100 Kilometern.

Brovdi schrieb auf Telegram, dies sei „ein neuer Meilenstein“. Unabhängig lassen sich die Zahlen nicht verifizieren. Beide Kriegsparteien veröffentlichen regelmäßig eigene Verluststatistiken, die sich einer externen Kontrolle weitgehend entziehen.

Die abrupte Kehrtwende eines Kreml-Propagandisten sorgt in Russland für Aufregung. Ilja Remeslo, bislang bekannt für Kampagnen gegen die russische Opposition, schrieb plötzlich auf seinem Telegram-Kanal, dass Wladimir Putin als Präsident illegitim sei und vor ein Kriegsgericht gehöre. Putin habe das Land in die Sackgasse des Ukraine-Kriegs geführt, heißt es in einer Art Manifest. Der Kremlchef schade der Wirtschaft, er erdrossele die Freiheit der Medien und des Internets.