Ausflugstipp
„Luminiscence“ verzaubert die Nürnberger Lorenzkirche
Aktualisiert am 19.03.2026 – 02:32 UhrLesedauer: 2 Min.
„Luminiscence“ in der Lorenzkirche: Klang- und Lichtinstallationen bringen den gotischen Bau zum Strahlen. (Quelle: Luminiscence/Mikhail Sytenkov)
Stadtgeschichte, mal anders: Die Licht- und Klanginstallation „Luminiscence“ taucht die Nürnberger Lorenzkirche in ein Spiel aus Moderne und Historie. Aber bitte warm anziehen.
Eine neue Inszenierung macht die Lorenzkirche zum bunten Spielort für Kunst und Projektion. Oder, wie es Claudia Voigt-Grabenstein beschreibt: „Alte Steine und Gebäude treffen auf hochmoderne Technik.“ Für die geschäftsführende Pfarrerin bringt die Veranstaltungsreihe von „Luminiscence“ unter anderem Aufregung mit sich: Denn sie bedeutet „frischen Wind, damit die Kirche ein lebendiger Ort der Gegenwart bleibt“.
Was genau ist „Luminiscence“? Dabei handelt es sich um eine historische Erzählung in Form von Licht- und Klanginstallationen. Zusammen mit Orgel- und Chormusik wird die gotische Architektur in bunte Lichterwelten getaucht. Pfeiler, Bögen und Gewölbe werden zur Leinwand für eine „Reise ins Hier und Jetzt“. Voigt-Grabenstein war in ihrer Eröffnungsrede zur Premiere überzeugt: „Man bekommt eine Ahnung von der Erhabenheit dieses Gebäudes und seiner Botschaft in einer Zeit, die gar nicht so erhaben scheint.“
Die rund 500 Zuschauer erleben eine emotionale Zeitreise durch die Geschichte des Nürnberger Wahrzeichens. Die Projektionen lassen Figuren im Licht lodern, das imposante Kircheninnere erstrahlt in allen Farben. Doch die Geschichte beschäftigt sich auch mit den dunklen Kapiteln der Nürnberger Geschichte: Wenn die Nazis einmarschieren, wird die Inszenierung bedrückend eindrucksvoll. Flieger werfen Bomben ab, die Zerstörung wird spürbar. Nicht nur deshalb wird es in der unbeheizten Kirche langsam kalt. Zuschauer sollten sich für die rund einstündige Vorführung grundsätzlich warm anziehen.
Nürnberg ist die zweite Station nach Münster, wo nach Veranstalterangaben über 100.000 Besucher die Show sahen. Wohin es sie als Nächstes ziehen wird, das verrät Willi Nickolaus, der Sprecher für die Produktion, nicht. Nur so viel: Die Idee stammt aus Frankreich und hatte bereits Ausgaben in den USA und Brasilien.
