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Berlin – Der Beruf des Polizisten wurde in Berlin politisch demontiert. Der politische Rückhalt für die schwierigen Einsätze fehlt. Kein Wunder, dass der Beruf an Attraktivität verliert.
Nachwuchs-Suche immer schwieriger bei Berliner Polizei
Die Suche nach dem geeigneten Nachwuchs gestaltete sich immer schwieriger bei der Berliner Polizei. So düster sieht die Lage aktuell aus: Zum Stichtag 1. April müssen 180 Studienplätze im gehobenen Polizeivollzugsdienst besetzt werden, aber nur rund 70 Bewerber wurden bisher gefunden.
Noch dramatischer war die Lage am 1. März. Da wurden zur Ausbildung bei der Schutzpolizei (mittlerer Dienst) 312 Bewerber gesucht, aber nur 189 gefunden. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) veröffentlicht diese Zahlen, verbunden mit der Forderung nach einer besseren Ausrüstung der angehenden Polizisten.
Sie müssten auch in der Ausbildung und im Studium schon die vollständige Dienstkleidung bekommen und nicht erst nach dem Abschluss. Im gehobenen Dienst sollten die Kosten für die Krankenkasse komplett übernommen werden, was bisher nur im mittleren Dienst gewährt wird.
Diese Forderungen sind mehr als berechtigt. Außerdem muss der polizeiliche Nachwuchs eine Wohnung bekommen, sonst kann er nicht ausgebildet werden.
Es ist ein Spiel mit dem Feuer: Was tun, wenn Berlin die Polizei ausgeht? Aber es sind nicht nur Kleidung, Krankenkasse und Wohnung, die zählen, es ist auch das Ansehen, das in den vergangenen 30 Jahren gelitten hat.
Der Beruf des Polizisten wurde in Berlin politisch demontiert und problematisiert. Es war einmal Ehrensache, das Verbrechen zu bekämpfen und Recht und Gesetz im demokratischen Staat zu verteidigen.
Damit ist es vorbei. Die linksorientierten Medien, die Grünen, die Linken und die SPD begegnen der Polizei mit Misstrauen. Sie machen den Innenausschuss im Abgeordnetenhaus regelmäßig zum Tribunal gegen die Polizei. Die Richter am Verwaltungsgericht urteilen im Zweifel gegen die Maßnahmen der Bereitschaftspolizei.
Der politische Rückhalt für die schwierigen Einsätze fehlt, das wurde immer wieder beklagt, hat sich aber nicht geändert. Kein Wunder, dass der Beruf an Attraktivität verliert.
Hat Gunnar Schupelius recht? Schreiben Sie an: gunnar.schupelius@axelspringer.de