
Elf Tage nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben die Grünen als knapper Wahlsieger die CDU zu Sondierungsgesprächen eingeladen. Damit machen sie den ersten Schritt in Richtung Neuauflage der gemeinsamen Koalition.
Eineinhalb Wochen nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben die Grünen die CDU zu Sondierungsgesprächen über eine Neuauflage der gemeinsamen Koalition eingeladen. Das erfuhr der SWR. Die CDU will dagegen am Freitagabend über die Aufnahme von Sondierungsgesprächen entscheiden. Die Sitzung soll in Präsenz stattfinden.
Über die Einladung der Grünen werde man „sorgsam“ beraten, sagte CDU-Landeschef Manuel Hagel der Deutschen Presse-Agentur. Die Zustimmung zu den Sondierungsgesprächen gelte aber als sicher. Ein grün-schwarzes Bündnis ist die einzige realistische Möglichkeit, da niemand mit der AfD regieren möchte.
Zuvor hatten sich der grüne Wahlgewinner Cem Özdemir und der CDU-Landeschef und -Spitzenkandidat Manuel Hagel mehrfach zu Gesprächen getroffen. Über den Stand informierte Özdemir die grüne Verhandlungsgruppe und Hagel zunächst die Bezirksvorsitzenden der CDU.
CDU fordert mehr Ministerien als die Grünen
Die Gespräche zwischen Özdemir und Hagel seien am Dienstag zäh gewesen, hieß es sowohl aus CDU- als auch aus Grünen-Kreisen. Es sei unter anderem schon darum gegangen, welche Ministerien die CDU beanspruchen kann. Nach SWR-Informationen will die Union mehr Ministerien als die Grünen, weil Özdemir Ministerpräsident werden soll.
Knapper Wahlausgang bei der Landtagswahl
Die Grünen hatten am Sonntag vor eineinhalb Wochen die Landtagswahl mit 30,2 Prozent der Zweitstimmen knapp vor der CDU (29,7 Prozent) gewonnen. Im neuen Landtag kommen aber beide Fraktionen auf jeweils 56 Mandate – eine seltene Pattsituation.
Nach ihrer überraschenden Wahlniederlage hatte sich die CDU zunächst mehrere Tage auf die Aufarbeitung der Wahl konzentriert. Zudem gab es Forderungen an die Grünen, sie müssten sich vor Gesprächen für den Wahlkampf entschuldigen. In der CDU ist der Ärger weiterhin groß, weil weil die Grüne Bundestagsabgeordnete Zoe Mayer kurz vor der Wahl ein acht Jahre altes Video in den sozialen Medien verbreitet hatte, in dem Hagel über eine minderjährige Schülerin schwärmte.
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