Ein feuchter Fleck auf dem Kopfkissen ist vielen peinlich, medizinisch aber meist kein Grund zur Panik. In manchen Fällen kann er allerdings auch auf Reflux, Schlafapnoe oder selten auf neurologische Probleme hinweisen.

Wenn Sie morgens mit einem nassen Kissen aufwachen, ist das zunächst vor allem unangenehm. Dahinter steckt meist kein dramatisches Gesundheitsproblem: Auch nachts wird Speichel produziert, während der Schluckreflex im Schlaf verlangsamt ist und die Muskulatur im Mundbereich erschlafft. Dadurch kann Speichel leichter aus dem Mund austreten — besonders dann, wenn Sie auf der Seite oder auf dem Bauch schlafen oder nachts durch den Mund atmen.

Häufig ist Sabbern im Schlaf ganz normal

Schlafmediziner Ingo Fietze erklärte gegenüber ZDFheute, dass Sabbern im Schlaf zunächst einmal ein normales Phänomen sei. Der Mensch produziert täglich etwa einen halben bis anderthalb Liter Speichel, und auch nachts läuft diese Produktion weiter. Gleichzeitig ist der Schluckreflex im Schlaf träger als tagsüber. Genau diese Kombination erklärt, warum Speichel sich im Mund sammeln und dann austreten kann.

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Auch die Sleep Foundation betont, dass Speichelfluss im Schlaf grundsätzlich normal ist. Problematisch wird es eher dann, wenn er plötzlich neu auftritt, sehr stark wird oder zusammen mit anderen Beschwerden vorkommt.

Die Schlafposition spielt eine größere Rolle, als viele denken

Eine der einfachsten Erklärungen ist die Schlaflage. Wer auf der Seite oder auf dem Bauch schläft, sabbert eher, weil die Schwerkraft den Speichel leichter nach außen zieht. Rückenlage kann das Problem verringern, weil der Speichel eher im Mund bleibt oder geschluckt wird. Genau darauf verweisen sowohl ZDFheute als auch die Sleep Foundation.

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Damit ist der nasse Kissenfleck oft weniger ein Zeichen von Krankheit als ein Zusammenspiel aus Körperhaltung, Muskelentspannung und normaler Speichelproduktion. 

Mundatmung ist ein häufiger Auslöser

Ein weiterer häufiger Grund ist Mundatmung. Die Cleveland Clinic weist darauf hin, dass Menschen, die nachts durch den Mund atmen, eher mit trockenem Mund und Speichelfluss auf dem Kissen aufwachen. Dahinter können verengte Nasengänge, eine verstopfte Nase, vergrößerte Mandeln oder anatomische Besonderheiten wie eine Nasenscheidewandverkrümmung stecken.

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Auch akute Infekte, Allergien oder Nebenhöhlenprobleme können die Nasenatmung erschweren. Dann weicht der Körper nachts auf die Mundatmung aus — und genau das begünstigt wiederum, dass Speichel aus dem Mund läuft.

Reflux kann ebenfalls dahinterstecken

Wenn zusätzlich ein schlechter Geschmack im Mund, Sodbrennen, Husten in der Nacht oder morgendlicher Schleim im Hals dazukommen, kann auch Reflux eine Rolle spielen. In dem von CNN verbreiteten Bericht, der bei KION zitiert wird, erklärt der HNO-Arzt Landon Duyka, dass der Körper bei Säurerückfluss mehr Speichel produzieren kann, um die Speiseröhre zu schützen und Säure zu neutralisieren.

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Vermehrter Speichelfluss ist dann nicht das eigentliche Problem, sondern eher eine Begleitreaktion des Körpers auf den Reiz durch Magensäure. 

ANZEIGEIn manchen Fällen kann Schlafapnoe dahinterstecken

Aufhorchen sollten Sie, wenn das Sabbern zusammen mit lautem Schnarchen, Atemaussetzern, starker Tagesmüdigkeit oder morgendlicher Mundtrockenheit auftritt. In solchen Fällen kann eine obstruktive Schlafapnoe dahinterstecken. Der CNN-Bericht nennt Mundatmung infolge von Atemproblemen als wichtigen Mechanismus; die Cleveland Clinic beschreibt zudem, dass Atemwegsprobleme im Schlaf und Mundatmung oft zusammenhängen.

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Schlafapnoe ist medizinisch relevant, weil sie unbehandelt mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen Gesundheitsrisiken verbunden sein kann. Wer neben Speichelfluss auch typische Warnzeichen bemerkt, sollte das ärztlich abklären lassen.

Selten sind Medikamente oder neurologische Ursachen beteiligt

Bleibt der Speichelfluss stark oder kommt er neu hinzu, können auch andere Ursachen eine Rolle spielen. Die Cleveland Clinic nennt unter anderem neurologische Erkrankungen, geschwächte Muskulatur rund um den Mund oder bestimmte Medikamente. Als Beispiel wird dort Clozapin erwähnt, ein Antipsychotikum, das vermehrten Speichelfluss begünstigen kann.

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Gerade wenn zusätzlich Schluckstörungen, verwaschene Sprache, Zittern oder andere neurologische Auffälligkeiten auftreten, sollte das nicht als bloße Schlafmarotte abgetan werden.

Wann Sie besser ärztlich nachsehen lassen sollten

Gelegentliches Sabbern im Schlaf ist meist harmlos. Ärztlich abklären lassen sollten Sie das Problem aber, wenn es plötzlich neu beginnt, sehr ausgeprägt ist, jede Nacht auftritt oder zusammen mit Schnarchen, Atemaussetzern, morgendlicher Erschöpfung, Sodbrennen, Schluckproblemen oder neurologischen Symptomen vorkommt. Genau diesen Punkt betont auch der in dem CNN-Bericht zitierte HNO-Arzt Duyka: Ein durchnässtes Kissen Nacht für Nacht sollte nicht ignoriert werden.

ANZEIGEANZEIGESabbern im Schlaf: Was helfen kann

Wenn keine ernste Ursache dahintersteckt, helfen oft schon einfache Maßnahmen. Dazu gehören eine bessere Nasenatmung, die Behandlung von Allergien oder Infekten, ein Test anderer Schlafpositionen und gegebenenfalls eine Abklärung von Zahn- oder Kieferproblemen. Die Sleep Foundation und die Cleveland Clinic nennen zudem bei bestimmten Ursachen gezielte Therapien, etwa bei Schlafapnoe, Mundatmung oder stärkerem Speichelfluss.

Fazit

Ein vollgesabbertes Kissen ist meistens lästig, aber harmlos. Häufig stecken Schlafposition, Mundatmung oder eine verstopfte Nase dahinter. Wenn der Speichelfluss jedoch stark zunimmt, regelmäßig auftritt oder mit Schnarchen, Reflux oder anderen Beschwerden einhergeht, kann er ein Hinweis auf ein behandlungsbedürftiges Problem sein. Dann lohnt es sich, genauer hinzusehen.