Archivbild: Der Buchladen „Zur schwankenden Weltkugel“ in der Kastanienallee. (Quelle: dpa/Jutrczenka)

Stand: 19.03.2026 • 20:15 Uhr

Der Streit um den Deutschen Buchhandlungspreis geht weiter. Jetzt geht der Berliner Laden, den Kulturstaatsminister Weimer vom Preis ausgeschlossen hatte, gegen Aussagen in einem Interview vor. Die Ladenbetreiber sehen sich als „politische Extremisten“ verunglimpft.

Nach ihrer Klage gegen den Ausschluss vom Deutschen Buchhandlungspreis gehen die Betreiberinnen des Berliner Buchladens „Zur schwankenden Weltkugel“ auch wegen Interview-Äußerungen gegen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) vor. Sie sehen sich zu Unrecht als „politische Extremisten“ beschrieben und verlangen von Weimer eine Unterlassungserklärung, wie ihre Anwälte am Donnerstag mitteilten.

Eine Sprecherin Weimers bestätigte den Eingang des Verlangens, das nun geprüft werde. „Zu einer Bewertung äußern wir uns nicht“, erklärte sie auf Anfrage.

Die Abmahnung bezog sich auf Äußerungen Weimers in der „Zeit“ [€] vom Donnerstag. Dort hatte er gesagt: „Wenn der Staat Preise vergibt und Steuergelder einsetzt, dann kann er das nicht für politische Extremisten tun.“

Es ging dabei um seine Entscheidung, den Berliner Buchladen sowie zwei weitere Geschäfte in Bremen und Göttingen vom Deutschen Buchhandlungspreis auszuschließen. Die drei Läden haben gegen diese Entscheidung Klage eingereicht.

„Die Bezeichnung als Extremisten ist stigmatisierend“, erklärt Anwalt Jasper Prigge. „Bewertungen staatlicher Stellen müssen auf einer ausreichenden Tatsachengrundlage beruhen. Sollte Herr Weimer seine Diffamierung nicht zurücknehmen, wird er also vor Gericht darlegen müssen, was gegen die Buchläden vorliegen soll.“

Sendung: radio3 vom rbb, 19.03.2026, 17:30 Uhr

Rundfunk Berlin-Brandenburg