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Die USA könnten ihre Wirtschaft im Iran-Krieg in eine gravierende Lage manövrieren. Doch die Trump-Regierung spielt die möglichen Folgen herunter.
Washington, DC – Der Krieg im Iran droht für US-Präsident Donald Trump zum Eigentor zu werden. Im Wahlkampf hatte sich der MAGA-Republikaner gern als ein Bollwerk gegen Kriegseinsätze der USA inszeniert. „Ich werde keine Kriege starten, ich werde Kriege stoppen“, erklärte Trump etwa nach seiner Siegesrede 2025.
Hat sich Trump bei seinem Krieg im Iran verrannt? © Niall Carson/dpa
Rund ein Jahr später planen die Vereinigten Staaten den Einsatz von Bodentruppen gegen den Iran. Die Auswirkungen des Kriegs könnten sich aber nicht nur zur politischen Katastrophe für die US-Regierung entwickeln. Auch die Wirtschaft dürfte angesichts der steigenden Ölpreise wenig begeistert von dem gemeinsamen Vorgehen der USA und Israels im Nahen Osten sein. Wie die Financial Times berichtete, sind die Kosten für Benzin und Diesel in den USA angesichts der Ölpreise stark gestiegen. Das dürfte sich auch auf das Wirtschaftswachstum der Vereinigten Staaten auswirken, wie eine Befragung von Wirtschaftswissenschaftlern ergab.
Trumps Iran-Desaster: Wirtschaftsschaden hängt von der Straße von Hormus ab
Die Mehrheit der Befragten gab laut Financial Times an, dass ein Wachstumsrückgang zu erwarten sei, sollte der Preis pro Barrel Öl längere Zeit über 100 US-Dollar liegen. „Die entscheidende Frage ist das Ausmaß und die Dauer einer Blockade der Straße von Hormus“, sagte etwa James Hamilton, Professor an der University of California San Diego, der Times. Sollte die Blockade länger dauern als einen Monat, könne man von einer „deutlichen Abwärtskorrektur der Wachstumsprognose für dieses Jahr“ ausgehen.
Die Straße von Hormus, eine Meerenge im Persischen Golf, wurde als Reaktion auf die Angriffe der USA und Israels von der iranischen Revolutionsgarde geschlossen. Rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und Gashandels mit Schiffen verläuft über die Meerenge, was zu dem teils massiven Preisanstieg auf den Weltmärkten geführt hatte. Laut dem US-Sender CNBC sind die Dieselpreise in den Staaten um rund 34 Prozent auf 5,04 Dollar pro Gallone gestiegen. Auch in Deutschland sind die Spritpreise teils stark gestiegen.
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Fotostrecke ansehenUS-Wirtschaft hängt am Dieselpreis: „Man sollte sich wirklich Sorgen machen“
Die Dieselpreise sind ein wichtiger Richtwert für die US-Wirtschaft. Gerade im Transportsektor ist der Kraftstoff unverzichtbar. Und wegen der steigenden Preise für Diesel, steigen auch die Logistikkosten für die US-Unternehmen. „Man sollte sich wirklich Sorgen über die steigenden Dieselpreise machen“, zitierte CNBC eine Mitteilung von Andy Lipow, Präsident des Beratungsunternehmens Lipow Oil Associates.
Die Auswirkungen könnten sich laut der von der Financial Times befragten Experten auf 0,25 bis 0,5 Prozentpunkte weniger BIP-Wachstum belaufen. Dafür müsste der Preis für Öl bis Ende 2026 bei mehr als 100 Dollar liegen. Das Weiße Haus bemüht sich dagegen, die Situation herunterzuspielen.
Trump verspricht, die Meerenge von Hormus freizusschießen
Allen voran ist es Trump selbst, der in üblicher Manier von einem baldigen Ende des Iran-Kriegs redet. Die USA würden unablässig iranische Stellungen an der Küste „massiv bombardieren und iranische Boote und Schiffe unaufhörlich versenken“, schrieb der Präsident vor drei Tagen auf seiner Plattform Truth Social. „So oder so werden wir die Straße von Hormus bald offen, sicher und frei machen.“
Doch selbst wenn der Krieg nicht so schnell wie geplant enden sollte, werde das kaum Auswirkungen auf die US-Wirtschaft haben, sagte Kevin Hassett, Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats des Weißen Hauses, im Interview mit CNBC. „Die Wirtschaft als Ganzes ist stabil“, so Hassett. „Präsident Trump wird unter keinen Umständen nachgeben.“ (Quellen: Financial Times, CNBC, Truth Social) (nhi)