Diamond Aircraft Industries GmbH via ILK Dresden/PresseboxDas Forschungsflugzeug der Dresdner TU-Ingenieure basiert auf einer zweimotorigen DA62 MPP. Foto: Diamond Aircraft Industries GmbH via ILK Dresden/Pressebox

Dresdner Uni-Ingenieure erproben mit Forschungsflieger neue Ökoantriebe für den Flugzeugbau von morgen

Kamenz/Dresden, 19. März 2026. Weil sie spritsparende Leichtbaumaterialien sowie neue Elektro-, Wasserstoff- und Hybridantriebe für die Luftfahrt erproben wollen, haben sich zwei Institute der Dresdner Uni gemeinsam ein Forschungsflugzeug angeschafft: „Foflu“ dient dem „Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik“ (ILK) sowie dem „Institut für Luft- und Raumfahrttechnik“ (ILR) künftig als fliegendes Testlabor. Ab Ende März soll die umgebaute zweimotorige „Diamond Aircraft DA62 MPP“ vom Flughafen Kamenz nahe Dresden regelmäßig für himmlische Experimente abheben. Das geht aus einer Mitteilung des ILK hervor.

Zusammenspiel „fossilfreier“ Antriebe mit Sensoren und Leichtbau

„Mit einer Flugzeit von bis zu rund zehn Stunden und einer Nutzlast von über 1,5 Tonnen bietet die Maschine ausreichend Raum für wissenschaftliche Messsysteme und experimentelle Antriebskomponenten“, freuen sich die Ingenieure. An Bord wollen sie unter anderem das Zusammenspiel „fossilfreier“ Antriebe mit innovativen Energiesystemen, Sensoren und Strukturkomponenten bei echten Flugmissionen analysieren, teilt die TU Dresden mit.

Hoffnung auf weitere Ausgründungen

Abgesehen von der Vorlaufforschung für den Flugzeugbau von morgen möchten die Dresdner Forscher die teure Anschaffung auch in wirtschaftliche Erfolge ummünzen. Denn aus beiden beteiligten Instituten haben sich in den vergangenen Jahren bereits mehrere Technologiefirmen ausgegründet. Dazu gehören das Leichtbau-Zentrum Sachsen, der Luftfahrtzulieferer „Herone“, die Spritzgieß-Roboterfirma „Anybrid“, der Ionenantrieb-Hersteller „Morpheus“, der Karbonteile-Produzent „East-4D Carbon Technology“ sowie andere Tech-Unternehmen und Softwareschmieden. Womöglich – so die Hoffnung – könnten sich aus den Forschungsflieger-Experimenten weitere Ausgründungen ergeben.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: ILK, ILR, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt