Newsblog zum Krieg in der Ukraine
EU will Ukraine trotz Orbán-Blockade helfen
Aktualisiert am 20.03.2026 – 02:32 UhrLesedauer: 11 Min.
Viktor Orbán, Ministerpräsident von Ungarn, bei der Ankunft zum EU-Gipfel. Er blockiert Geld für die Ukraine. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/dts Nachrichtenagentur/imago)
Auf europäischer Ebene konnten sich die Staatschefs nicht auf einen neuen Ukraine-Kredit einigen. Ein Propagandist des Kreml will Putin vor Gericht sehen. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Die EU will Wege finden, den zugesagten Kredit von 90 Milliarden Euro an die Ukraine trotz des anhaltenden Widerstands Ungarns auszuzahlen. „Wir werden auf die eine oder andere Weise liefern“, sagt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach dem EU-Gipfel in Brüssel. EU-Ratspräsident Antonio Costa erklärt dazu, die EU-Staats- und Regierungschefs hätten den „inakzeptablen“ Widerstand Ungarns gegen die Auszahlung des Ukraine-Kredits bei ihrem Treffen verurteilt: „Eine Vereinbarung ist eine Vereinbarung, wir müssen zu unserem Wort stehen. Und niemand kann den Europäischen Rat erpressen.“
Beim EU-Gipfel in Brüssel haben Ungarn und die Slowakei ungeachtet des Drucks der übrigen Mitgliedstaaten an ihrer Blockade des 90-Milliarden-Kredits für die Ukraine festgehalten. Die übrigen 25 Staats- und Regierungschefs hätten es nicht geschafft, den ungarischen Regierungschef Viktor Orbán umzustimmen, verlautete es am Donnerstag aus Diplomatenkreisen. Dennoch erwarten die anderen Mitgliedstaaten einer Gipfelerklärung zufolge den Beginn der Kredit-Auszahlung für „Anfang April“.
Ungarn werde der Ukraine erst helfen, „wenn wir unser Öl bekommen“, sagte der ungarische Regierungschef Viktor Orbán zu Beginn. Hintergrund ist ein Streit über die Druschba-Pipeline, die normalerweise russisches Öl durch die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei transportiert. Die Pipeline wurde nach ukrainischen Angaben im Januar bei einem russischen Angriff beschädigt. Orbán blockiert wegen der ausbleibenden Öllieferungen sowohl ein im Dezember beschlossenes EU-Darlehen für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro als auch ein neues Sanktionspaket gegen Russland.
Ukrainische Streitkräfte haben in der Nacht zum 19. März einen Drohnenangriff auf die Stadt Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim gestartet, berichtet der „Kyiv Independent“ unter Berufung auf Telegram-Gruppen mit Anwohnerberichten.
Demnach waren in der Nähe des Stadtzentrums Explosionen zu hören. Ein Gebäude, in dem das 3. Funktechnische Luftabwehrregiment der russischen Streitkräfte untergebracht ist, soll Ziel des Angriffs gewesen sein. Laut dem von Russland eingesetzten Stellvertretergouverneur soll es einen Toten und zwei Verletzte gegeben haben.
Die ukrainischen Spezialeinsatzkräfte bestätigten, dass sie russische Militärziele auf der besetzten Krim angegriffen haben, darunter ein Logistiklager auf dem Flugplatz von Cherson sowie Ausrüstung zur Unterstützung von Systemen für elektronische Kriegsführung und Funkaufklärung in Sewastopol.
Das baltische EU- und Nato-Mitglied Estland hat erneut die Verletzung seines Luftraums durch Russland gemeldet. Ein Kampfjet des Typs Sukhoi Su-30 sei am 18. März nahe der Ostseeinsel Vaindloo unerlaubt für etwa eine Minute in den Luftraum eingedrungen, teilte die Armee in Tallinn mit.
