Außenministerin Beate Meinl-Reisinger reist kommenden Mittwoch bis Freitag nach New York. Sie werde bei der UNO Termine wahrnehmen, sagte ihre Sprecherin auf APA-Anfrage. Am 3. Juni findet die Wahl für einen nicht-ständigen Sitz im UNO-Sicherheitsrat für die Jahre 2027/2028 statt, um den Österreich sich bewirbt. Am Donnerstag telefonierte die NEOS-Chefin außerdem mit ihrem omanischen Amtskollegen Sayyid Badr al-Busaidi, beide übten Kritik am Iran-Krieg.
„Dieser planlose Krieg in Nahost stürzt die Region ins Chaos und treibt weltweit die Energiepreise in die Höhe“, schrieb Meinl-Reisinger im Anschluss an das Telefonat im Onlinedienst X. Angriffe auf Energieinfrastruktur und zivile Ziele seien inakzeptabel. „Dieser Krieg muss enden! Er ist nicht in unserem Interesse – und auch nicht im Interesse unseres transatlantischen Partners.“ Das habe der omanische Außenminister in einem Meinungsbeitrag sehr klar argumentiert. Sie teile seine Ansicht, betonte die Außenministerin weiter. „Die USA haben in diesem Krieg schon einiges erreicht, aber der Preis dafür steigt ständig – und zwar für uns alle.“
Al-Busaidi hatte geschrieben, dass es in diesem Krieg sowohl für die USA als auch für den Iran nichts zu gewinnen gebe, meldete die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Das sei eine „unbequeme Wahrheit“, weil sie zeige, dass die USA in bestimmtem Maß „die Kontrolle über die eigene Außenpolitik verloren haben“. Die Militäreinsätze Israels und der Vereinigten Staaten seien „rechtswidrige Angriffe auf einen Frieden, der für kurze Zeit möglich erschien“, schrieb al-Busaidi in dem Meinungsbeitrag im britischen Magazin „The Economist“ weiter. Der Minister hatte bis Ende Februar zwischen dem Iran und den USA bei den Atomverhandlungen vermittelt.
Trotz seiner Vermittlungsbemühungen wurde der Oman seit Beginn des Iran-Kriegs mehrmals zum Ziel iranischer Angriffe. Vergangene Woche waren zwei Menschen einem Bericht zufolge durch eine herabstürzende Drohne ums Leben gekommen. Außerdem ist das Land von Angriffen auf Handelsschiffe in der Straße von Hormuz und im Golf von Oman betroffen.
Meinl-Reisinger hatte kurz vor Kriegsbeginn Ende Jänner die Golfregion besucht. Schon damals sei deutlich geworden, dass Österreich und der Oman für eine Politik des Dialogs und der internationalen Regeln stünden. „Gemeinsam setzen wir auch jetzt auf Deeskalation: Die Lösung kann nur diplomatisch sein“, betonte sie auf X.