Neuer verstörender Auftritt des US-Präsidenten: Donald Trump hat am Donnerstag (Ortszeit) bei einem Treffen mit der japanischen Regierungschefin Sanae Takaichi im Weißen Haus gesagt, er habe Zusicherungen erhalten, dass Japan im Iran-Krieg „wirklich Verantwortung übernehme“. Er fügte hinzu: „Im Gegensatz zur Nato“. Takaichi bestätigte die Angaben nicht.
Sie dankte Trump für seinen „unerschütterlichen Einsatz“ für die US-Beziehungen zu Japan. Zugleich wandte die rechtsnationale Hardlinerin ein, wegen des Iran-Kriegs gebe es „eine äußerst angespannte Sicherheitslage“, zudem stehe die „Weltwirtschaft kurz vor einem schweren Schlag“.
Japan gehört wie Deutschland zu den westlichen Ländern, die sich Trumps Forderung nach einer Entsendung von Kriegsschiffen zum Schutz der Straße von Hormus im Iran-Krieg verweigert hatten. Trump hatte den Nato-Partnern daraufhin einen „dummen Fehler“ bescheinigt.
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Auf eine Journalistenfrage, warum Trump die Verbündeten nicht vorab über den Iran-Krieg informiert hatte, antwortete Trump: „Wir haben niemandem davon erzählt, weil wir eine Überraschung wollten.“
Niemand verstehe mehr von Überraschungen als Japan, sagte der US-Präsident weiter. Das Land habe ja auch nicht vorab über den Überfall auf Pearl Harbor informiert, sagte er unter dem Gelächter seiner Mitarbeiter. Takaichi dagegen entglitten leicht die Gesichtszüge. Die Japanerin musste sich mit gehobenen Augenbrauen sichtlich beherrschen, nicht auf Trumps Aussagen zu reagieren. Sie richtete sich sichtlich angespannt in ihrem Sessel auf und blickte mit großen Augen in die Richtung ihrer Delegation.
Japan hatte im Dezember 1941 die US-Pazifikflotte in Pearl Harbor auf Hawaii angegriffen. Die Vereinigten Staaten traten daraufhin in den Zweiten Weltkrieg ein.
Ein Abkommen schlossen die beiden Staaten aber auch: Die USA und Japan vereinbarten ein Projekt zum Bau von Atomreaktoren in den US-Bundesstaaten Tennessee und Alabama in Höhe von 40 Milliarden Dollar (34,5 Milliarden Euro). In der am Donnerstag während des Besuchs von Takaichi veröffentlichten gemeinsamen Erklärung wurden zudem Investitionen in Höhe von 33 Milliarden Dollar in Erdgas-Kraftwerksanlagen in den US-Bundesstaaten Pennsylvania und Texas vereinbart.
Die Projekte würden Sicherheit gewährleisten, indem sie „das Wirtschaftswachstum beider Länder beschleunigen“, hieß es in der Erklärung. Die als Small Modular Reactors (SMR) bekannten Mini-Atomreaktoren seien „eine gewaltige, nächste Generation einer stabilen Energiequelle, die die Strompreise für die amerikanische Bevölkerung stabilisiert und die japanisch-amerikanische Führungsrolle im globalen technologischen Wettbewerb stärkt“.
Japan hatte im Juli vergangenen Jahres als Gegenleistung für niedrigere Zölle Investitionen in Höhe von 550 Milliarden Dollar in den USA zugesagt. Mitte Februar kündigten japanische Unternehmen in einem ersten Teilbetrag Investitionen in Höhe von insgesamt 36 Milliarden Dollar an. (dpa, AFP)