In mehrfacher Hinsicht erfolgreich war das Hutkonzert mit Manni Müchen bei Optik Alberty: Gastgeber Christoph Janßen durfte sich, auch im Namen seiner Frau Andrea, über ein gut gefülltes Ladenlokal mit vielen erwartungsfroh gestimmten Zuhörern freuen. Manni Müchen sorgte mit seinen Mundartliedern für beste und kurzweilige Unterhaltung. Franz Ingmanns vom Verein „Wegberg hilft“ durfte als Spende aus dem Hutkonzert beachtliche 500 Euro für seinen Hilfsverein mitnehmen.

Seit einigen Jahren haben es sich Andrea und Christoph Janßen zur Aufgabe gemacht, mit Veranstaltungen in ihrem Fachgeschäft Kunst und Kultur in Wegberg zu fördern, meinte der Geschäftsinhaber bei der Begrüßung der Besucher. Für Müchen sei es ein großes Anliegen, den Mundartabend als Benefiz-Konzert zu gestalten. Dem Wunsch sei er gerne nachgekommen, so Janßen. „Die Kunst ist die Musik, die Kultur der Mundart-Text“, meinte er.

Der Verein Wegberg hilft, für den Ingmanns sich für das Benefizkonzert bedankte, hat mit Müchen eines gemeinsam. Beide sind mit dem Heimatpreis der Stadt Wegberg ausgezeichnet worden. Der Verein erhielt die Ehrung für sein soziales Engagement in der Ukraine, in Wegberg und auf den Kapverden, Müchen für seinen großen Einsatz für die Mundart. So hieß das von Müchen für das Konzert gewählte Motto auch wie selbstverständlich „Help wo Jölp es nüedesch“.

Das Erfolgsrezept von Müchen kann seine Zuhörer begeistern. Er sucht sich bekannte und beliebte Lieder aus und textet zu den Melodien seine eigenen Geschichten in Mundart. „Oss Platt datt es en schöne Schproak“, sagte er über die heimische Mundart, in der vieles sanfter oder derber, heimischer oder sogar weiser klingt als im Hochdeutschen. „Lieder in Mundart sind nicht immer nur Lieder, die die Heimat verklären, sie könne auch wichtige Themen ernsthaft und ausdrucksvoll darstellen“, meinte Müchen und hatte Beispiele parat, als er über die Natur und die Umwelt sang, etwa bei „Wie schön ess de Welt“ in Anlehnung an „Wonderful World“ von Louis Armstrong. Immer wieder für viel Beifall sorgten die Anekdoten über Persönlichkeiten aus dem Dorf, wie in „Johannas Friseursalon“ nach „Waschsalon“ von Wolfgang Niedecken oder „Minne Doktor Schmidt“ nach „Lemon Tree“ von Peter Freudenthaler. Müchen lässt seine Kindheit aufleben, wenn er in „Baade ett Samsdess“ vom samstäglichen Badetag der Familie erzählt oder von seinem ersten Schultag in „Minne ööschte Schölldaach.“ Nicht romantisch verklärt, sondern durchaus melancholisch bedauernd singt Müchen von den „Dörpskenger“, die sich in den Dörfern gegenseitig unterstützt haben, oder von „De kleene Wietschaft“, die es nicht mehr gibt und mit der das Dorfleben verschwindet.

Mit viel Beifall bedacht und nach einer Zugabe durfte Müchen die Bühne verlassen. Er hatte zum dritten Mal einen Auftritt bei Optik Alberty absolviert. Es dürfte bestimmt nicht der Letzte gewesen sein.