Und für diejenigen, deren Welt im Abstiegskampf dann immer noch voreilig rosarot getüncht bleiben sollte, wusste der 43-Jährige nachzulegen: „Alle, die denken, das 6:0 war das perfekte Spiel, das ist nicht so […] Das 6:0 hat null Aussagekraft, wie wir jetzt gegen Paderborn spielen.“

Stamm mit großem Respekt vor Paderborn

Jedoch – seine Spieler nahm Stamm davon explizit aus: „Da sind alle sensibilisiert genug, dass wir noch gar nichts erreicht haben.“ Man wisse, woher man komme und wohin man aktuell gehöre, betonte der Schweizer mit gewohnt ernster Miene: „Nämlich nicht zu den Mannschaften, auf die wir dann beispielsweise am Wochenende treffen. Wir müssen unsere Dinge abarbeiten. Dieses Gespür haben die Jungs sehr gut.“

Der Viertplatzierte SC Paderborn, wie auch Dynamo mit erst einer Niederlage im Kalenderjahr 2026, hat nur drei Punkte weniger als Spitzenreiter Schalke 04 auf dem Konto. Stamm lobte die „klare Spielidee, klare Struktur“, die Spielstärke, die Arbeit gegen den Ball als auch die Standards des Teams seines Amtskollegen Ralf Kettemann. Die Ostwestfalen seien „in ganz vielen Aspekten über die Saison hinweg deutlich stabiler als wir“, sagte Stamm – „und trotzdem müssen wir uns nicht verstecken“.

SGD ist das zweitbeste Rückrundenteam

Seine Schwarz-Gelben, kurz vor Weihnachten zum Abschluss der Hinrunde noch durchaus desillusionierter Tabellenletzter mit ganzen 13 Pünktchen aus 17 Spielen, haben sich kaum drei Monate später zur bis dato zweitbesten Rückrundenmannschaft hinter Hannover 96 gemausert. Bereits 16 Zähler sammelte die SGD in neun Partien und stellt mit 20 Toren sogar die beste Offensive der gesamten Konkurrenz.

Letzteres kommt maßgeblich durch die zurückliegenden drei Partien zustande, in denen Dynamo insgesamt zwölf Treffer erzielte. Ein Faustpfand: Anders als etwa beim FC Schalke, wo Altmeister Edin Dzeko an allein zehn von 15 Rückrundentoren (sechs Treffer, vier Vorlagen) direkt beteiligt war, trugen bei den Dresdnern seit der Winterpause gleich neun verschiedene Schützen zur offensiven Wiederbelebung bei.

Zwar kein Dzeko, aber schon neun SGD-Schützen

„Grundsätzlich ist es gut, wenn du nicht so berechenbar bist“, meinte Thomas Stamm darauf angesprochen. Nun schien den sonst so seriösen Fußballlehrer sogar der Schalk im Nacken gekitzelt zu haben. Er bemerkte, dass sein Innenverteidiger Thomas Keller – zu Beginn der Rückrunde noch gleich drei Mal erfolgreich, aber seit Anfang Februar ohne weiteres Tor – auch mal wieder bei einem Standard zuschlagen könnte.

Was die Unberechenbarkeit in der Offensive angehe, dürfe das jedenfalls gerne so weitergehen, „aber Dzeko wäre jetzt nicht komplett verkehrt“, griente Stamm verschmitzt und gönnte sich einen Schluck aus dem Kaffeepott. Ob Dynamo-Sportchef Sören Gonther das als kleinen Arbeitsauftrag für das anstehende Sommertransferfenster vernommen hat, ist bisher noch nicht überliefert.