Der angeklagte Yashar G. steht im Gerichtssaal des Landgerichts Hannover.

Stand: 20.03.2026 11:35 Uhr

Nach einem langen Prozess ist im Fall Yashar G. ein Urteil gefallen. Das Landgericht Hannover hat den Staatsanwalt zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Er soll Interna an eine Drogenbande weitergegeben haben.

Das Gericht folgte mit dem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft. Anklage und Verteidigung hatten sich während des Prozesses auf einen Deal geeinigt. Im Gegenzug hatte der Staatsanwalt ein Geständnis abgelegt. Über Monate soll er Details über Haftbefehle und geplante Durchsuchungen an eine Drogenbande weitergegeben haben. Im Gegenzug gab es Geld – pro Tipp jeweils mehrere Tausend Euro. Mittelsmann soll ein Boxtrainer gewesen sein, der ebenfalls angeklagt war.

Staatsanwalt war „Maulwurf der Justiz“

Am Mittwoch hatten Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Plädoyers gehalten. Die Anklage hatte acht Jahre und sechs Monate Haft gefordert. Sie sah es als erwiesen an, dass der Staatsanwalt der „Maulwurf der Justiz“ ist. Zudem habe der Angeklagte dem Rechtsstaat schweren Schaden zugefügt. Die Verteidigung hatte für den Staatsanwalt eine Strafe von acht Jahren und zwei Monaten gefordert. Für den mitangeklagten Boxtrainer hatte die Staatsanwaltschaft eine Strafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung gefordert.

Der Strafrechtler Prof. Dr. Tobias Kulhanek von Leibniz Universität Hannover

Das Dunkelfeld bleibe allerdings, sagte Tobias Kulhanek von der Uni Hannover auf NDR Info. Grundsätzlich kontrolliere sich das Strafverfolgungssystem aber wechselseitig.

Fall wird Landtag beschäftigen

Mit dem Urteilsspruch endet der Fall aber nicht. Eine monatelange politische Aufarbeitung wird erwartet. Auf Bestreben der CDU, im niedersächsischen Landtag in der Opposition, soll es einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss geben. Die CDU spricht von einem Skandal, wirft Justizministerin Kathrin Wahlmann (SPD) vor, trotz Hinweisen auf die „Maulwurftätigkeit“ des Staatsanwalts nicht eingeschritten zu sein. Ein Thema des Untersuchungsausschusses wird die Frage sein, warum der Staatsanwalt noch bis Februar 2024 im Drogendezernat arbeitete, obwohl gegen ihn schon seit Sommer 2022 ermittelt wurde.

Der Angeklagte Yashar G. kommt im Rahmen des Prozesses gegen ihn gemeinsam mit Justizmitarbeitern in einen Saal des Landgerichts Hannover.

Am Landgericht Hannover wurden die Plädoyers gehalten, auch der Angeklagte kam noch mal zu Wort. Am Freitag soll das Urteil fallen.

Der Eingang vom Landgericht Hannover.

Der Spediteur hatte Behörden über den korrupten Staatsanwalt in Hannover informiert. Nun wurde er zu einer Haftstrafe verurteilt.

Auf einem grauen Schild vor einem Gebäude steht Bundesgerichtshof Dienststelle Leipzig. Neukauf am 28.11.2024

Weil ein mutmaßlich korrupter Staatsanwalt aus Hannover das Verfahren geleitet hatte, muss die Haftdauer neu verhandelt werden.

Der angeklagte Staatsanwalt (M) kommt in den Gerichtssaal im Landgericht Hannover.

Die niedersächsische Justiz wusste bereits seit 2020 von engen Kontakten zwischen Yashar G. und einem Mitglied der „Hells Angels“.

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