
AUDIO: Früh-ICE Rostock-Hamburg: Land zahlt knapp zwei Millionen im Jahr (2 Min)
Stand: 20.03.2026 12:16 Uhr
Das Land muss für den Erhalt der ICE-Frühverbindung von Rostock über Schwerin nach Hamburg einen Betrag von jährlich knapp zwei Millionen Euro zahlen. Das sagte Ministerpäsidentin Schwesig am Vormittag während einer Landtagssitzung.
Eine Stunde und fünzig Minuten: Das soll nach der Streckenfreigabe das Versprechen der Bahn an frühe ICE-Pendler von Rostock nach Hamburg sein. Das bedeutet eine Ankunft um 8 Uhr in Hamburg. Nach der Generalsanierung sollte diese Verbindung eigentlich wegfallen. Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung hatte interveniert – und wird für den Erhalt der Verbindung Geld in die Hand nehmen müssen – und zwar rund zwei Millionen Euro im Jahr. Das sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Freitag im Landtag. Dafür soll die Frühverbindung aber auch direkt zum 15. Mai ihren Betrieb von Rostock über Schwerin nach Hamburg wieder aufnehmen. Normalerweise können diese Fernzüge zum Beispiel nicht mit dem Deutschlandticket genutzt werden. Das soll bei der Frühverbindung aber anders sein. Auch Tickets des Nahverkehrs wie Einzelfahrkarten, das Seniorenticket und das Azubi-Ticket werden zur Fahrt berechtigen.

Betroffen war die Bahnstrecke Lübeck – Güstrow zwischen Bad Kleinen und Ventschow, in der Nähe von Hohen Viecheln.
Schwesig: Bahnpendler schon genug belastet
Schwesig wies darauf hin, dass die Unterstützung für den Erhalt auch aus der Wirtschaft kam. Die Streckensperrung hatte laut Schwesig die Pendler schon genug belastet. Die Erklärung der Bahn, danach solle es besser werden, sei von den Streichungsplänen konterkariert worden. „Ich bin auch dankbar, dass die Wirtschaft – wie die IHK zu Schwerin – dieses Thema kritisiert hat. Weil – es kann nicht sein, dass die Bahn monatelang saniert, dann die Eröffnung noch später kommt und dann fehlt noch eine der wichtigsten Verbindungen“, so Schwesig vor dem Landtag. Sie habe aus den Gesprächen mit der neuen Bahnchefin Evelyn Palla den Eindruck, dass jene die Bahn zwar voranbringen wolle, dass aber der Blick zu oft auf die Zahlen gehe und geschaut werde, wo sich Nahverkehr rechne. „Das ist verkehrt. Öffentlicher Nahverkehr ist Daseinsvorsorge und deshalb müssen der Staat, müssen Bund, Land und Kommunen in Bahn und Bus investieren.“
Auch Spätverbingung bleibt erhalten
Auch die Spätverbindung von Hamburg nach Rostock bleibt nach dem Ende der Generalsanierung erhalten. „Das ist eine gute Nachricht für alle, die die Bahnstrecke nutzen, insbesondere für die Pendlerinnen und Pendler“, erklärte Schwesig. Am Donnerstag sei der Vertrag mit der Bahn abgeschlossen worden. Auch diese Verbindung könne dann ab dem 15. Mai von deutlich mehr Menschen genutzt werden. In MV würden viele das Deutschlandticket nutzen. Dazu kommen laut Schwesig etwa 40.000 ältere Menschen, die ein Seniorenticket haben. Dieses, wie auch das Azubiticket, sind relativ günstig, weil das Land auch dafür finanzielle Mittel gibt. Im Jahr 2023 waren es etwa 4,8 Millionen Euro.

Ursprünglich war die Inbetriebnahme für den 1. Mai geplant. Die Sanierung der Strecke Hannover-Hamburg beginnt wie geplant.

Zwar zieht sich die Sanierung der Bahnstrecke bis Mitte Juni, trotzdem wird es für Pendlerinnen und Pendler aus Mecklenburg-Vorpommern vorher spürbar besser.

Pendler können aufatmen: Die beliebten schnellen Verbindungen zwischen Rostock und Hamburg bleiben nach der Streckensanierung größtenteils bestehen.

Die komplette Strecke Hamburg-Berlin soll erst Mitte Juni fertig sein. Die Arbeiten zwischen Hamburg und Hannover starten wie geplant im Mai – aber stufenweise.