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München (Bayern) – Ein Lottospieler legte an einer Tankstelle mit Annahmestelle seinen Tippschein zur Kontrolle vor. Was er nicht wusste, aber der Kassierer sah: Der Schein hatte eine hohe Summe gewonnen. Wie sich später herausstellte, ging es um 1,5 Millionen Euro. Doch das Geld wird der Gewinner nie bekommen. Er wurde vom Kassierer darum betrogen.

Die Masche ging so: Der Angestellte verheimlichte dem Kunden den Gewinn. Dessen Kollege wollte den Millionen-Gewinn dann bei der Lottozentrale abholen. Doch statt Millionär zu werden, landete Patrick D. (31) vor Gericht.

So kam es zu dem Lotto-Betrug

Der echte Tipper hatte im Spiel 77 genau 1.477.777 Euro gewonnen. Im April 2024 brachte er den Schein zu der Tankstelle in Grasbrunn, südöstlich von München (Bayern). Vertrauensvoll und nichts vom Gewinn ahnend, ließ der Glückspilz seinen Schein prüfen.

Lotto-Sprecherin Verena Ober zu BILD: „Der Kunde hatte seine Spielquittung dem Bedienpersonal in der Lotto-Annahmestelle abgegeben und fälschlicherweise mitgeteilt bekommen, dass kein Gewinn damit erzielt worden sei. Die Spielquittung hat der Kunde dann in der Lotto-Annahmestelle zurückgelassen.“ Der Kassierer behielt den Schein.

Ein paar Monate passierte nichts. Doch im Juli 2024 brachte Patrick D. den Lottoschein zur Lotto-Zentrale an der Theresienhöhe in München, um die Summe selbst einzustreichen, wie die Lokalzeitung „tz“ zuerst berichtete. Lotto Bayern bestätigt den Fall auf BILD-Anfrage.

In der Lottozentrale München wollte der Betrüger von der Annahmestelle den Gewinn einstreichen

In der Lottozentrale in München wollte der Betrüger den Millionen-Gewinn abholen

Foto: Jakob Mell

Was im Gewinnergespräch passierte

In der Lottozentrale flog der Betrug auf, weil das geschulte Personal im sogenannten Gewinnergespräch misstrauisch wurde. Verena Ober zu BILD: „Stellen wir Ungereimtheiten fest, schalten wir die Strafverfolgungsbehörden ein und erstatten Strafanzeige.“ So auch in diesem Fall, wie es in der späteren Anklage hieß: „Entgegen der Vorstellung des Angeschuldigten wurde ihm der Gewinn jedoch nicht ausgezahlt, da der staatlichen Lotterie- und Spielbankverwaltung auffiel, dass der Angeschuldigte in der Annahmestelle, in der der Spielauftrag abgegeben wurde, angestellt ist.“

Als Mitarbeiter hätte Patrick D. dort nämlich gar nicht spielen dürfen. Beim Abgleich fiel auf, dass er den Schein eines Kunden abgegeben hatte. Denn Angestellte haben als Sicherheitsmaßnahme eigene Registriernummern, die auf dem Schein nicht erkenntlich sind. Das wusste D. offenbar nicht. Denn hätte er eine Freundin oder einen Freund geschickt, hätte der Betrug womöglich geklappt.

Verena Ober von Lotto Bayern, wo der Betrug aufflog

Verena Ober von Lotto Bayern, wo der Betrug aufflog

Foto: Hannes Kohlmaier

Warum der Lottogewinner das Geld nicht bekommt

Verena Ober zu BILD: „Die eigentliche Gewinnerin oder der eigentliche Gewinner konnte bislang weder durch die zuständigen Strafverfolgungsbehörden noch durch uns ermittelt werden.“ Und ohne die Lottoquittung hätte er auch keinen Anspruch auf den Gewinn.

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Patrick D. wurde der Prozess gemacht. Er legte ein Geständnis ab. Urteil: 15 Monate auf Bewährung wegen Betrugs. Sein Rechtsanwalt Klaus Wittmann zu BILD: „Mein Mandant war nicht derjenige, der ursprünglich getäuscht hatte. Es war auch leichtsinnig vom Spieler, sich auf eine mündliche Auskunft zu verlassen. Mein Mandant nimmt das Urteil an und will mit der Sache abschließen.“