Bielefeld (dpa/mak/mola/anwi/groe). Warnstreiks im kommunalen Nahverkehr können auch an diesem Freitag, 20. März, in vielen Städten von Nordrhein-Westfalen zu Einschränkungen bei Bus und Bahnen führen.

Die Gewerkschaft Verdi hat im Zuge der Tarifrunde für die rund 30.000 Beschäftigten der kommunalen Nahverkehrsunternehmen in NRW in ausgewählten Betriebshöfen von etlichen Nahverkehrsbetrieben zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Auch Teile von OWL sind betroffen.

Busse in Gütersloh fallen bis Sonntag aus


Warnstreik im Nahverkehr: In Gütersloh fallen die Busse an drei Tagen aus. - © Andreas Frücht

Warnstreik im Nahverkehr: In Gütersloh fallen die Busse an drei Tagen aus.
| © Andreas Frücht

  • In Gütersloh kommt der Stadtbus-Verkehr bis Sonntagfrüh, 22. März, 4 Uhr zum Erliegen, teilen die Gütersloher Stadtwerke mit. Der Streik hatte am Donnerstag, 19. März, begonnen.
  • Schulbusse fallen an diesem Freitag aus. Der reguläre Stadtbusverkehr fällt am Freitag und Samstag aus. Shuttle-Fahrten fallen bis einschließlich Sonntagfrüh aus. Das Servicezentrum am Zentralen Omnibusbahnhof bleibt geschlossen.

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Busverkehr heute im Bielefelder Süden betroffen

  • An diesem Freitag, 20. März, sind die Mobiel-Beschäftigten des Betriebshofes Sennestadt zum Streik aufgerufen.
  • Auswirkungen hat das laut Mobiel überwiegend auf den Busverkehr im Bielefelder Süden. 90 Prozent der Busse im gesamten Stadtgebiet sollen planmäßig unterwegs sein.
  • Mobiel organisiert im Süden den Busverkehr neu. Vorrang haben am Freitag der Schülerverkehr und die Linie 135, die überwiegend fahren soll.
  • Auf weiteren Linien im Süden des Stadtgebiets, darunter die 30, 37, 39, 40, 44, 46, 47, 94, 95, 140, 235, 237, 238 und N11 müssen Fahrgäste während des ganzen Tages mit Einschränkungen und Änderungen rechnen. Vielfach seien nur einzelne Fahrten möglich.
  • Die Stadtbahn fährt regulär.

Warnstreiks auch in Werkstätten

Bereits am Montag, 16. März, waren in NRW Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Verwaltungen und Kundenzentren der Nahverkehrsunternehmen zum Warnstreik aufgerufen. Bei Mobiel in Bielefeld wurde am Dienstag, 17. März, gestreikt. Für Mittwoch, 18. März, hatte Verdi in den Werkstätten zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Zuletzt war der Nahverkehr in Gütersloh und Bielefeld am vergangenen Freitag bestreikt worden. Auch im Februar standen Busse und Stadtbahnen in den beiden OWL-Städten an mehreren Tagen still.

Streik-Höhepunkt in NRW war am Donnerstag

Der Warnstreik im Nahverkehr am Dienstag und Donnerstag traf viele Orte in NRW. Am Dienstag bestreikte Verdi zunächst Teilbereiche der Nahverkehrsbetriebe, am Donnerstag waren alle Beschäftigten zum Warnstreik aufgerufen. Auf diese Weise solle deutlich werden, welche Berufsgruppen täglich dafür sorgten, dass der Nahverkehr funktioniere, heißt es von der Gewerkschaft.


Verdi bestreikt erneut den Nahverkehr in NRW. Hintergrund ist der aktuelle Tarifkonflikt. - © Henning Kaiser/dpa

Verdi bestreikt erneut den Nahverkehr in NRW. Hintergrund ist der aktuelle Tarifkonflikt.
| © Henning Kaiser/dpa

So geht es in der kommenden Woche weiter

Ab Dienstag, 24. März, müssen Fahrgäste voraussichtlich vorerst nicht mehr mit Arbeitskampfmaßnahmen rechnen. Verdi NRW plane während der dann beginnenden dritten Verhandlungsrunde keine Streikmaßnahmen, sagte Verdi-Branchenkoordinator Lukas Frew.

Die Tarifverhandlungen sind für drei Tage bis Donnerstag angesetzt. Da Verdi bislang mit zwei Tagen Vorlauf über neue Arbeitskampfmaßnahmen im Nahverkehr informiert hat, sind neue Arbeitskampfmaßnahmen auch am Freitag, 27. März, unwahrscheinlich. Es sei denn, die für Dienstag, Mittwoch und Donnerstag geplanten Verhandlungen werden vorzeitig abgebrochen.

Müssen Schulkinder trotzdem zur Schule?

Das NRW-Schulministerium hatte bei vorangegangenen Warnstreiks im Nahverkehr darauf hingewiesen, dass Schulpflicht besteht: „Bei im Vorfeld angekündigten Ereignissen wie einem Streik des öffentlichen Nahverkehrs besteht die Verpflichtung zur Teilnahme am Unterricht auch weiterhin.“

Warum werden Verkehrsbetriebe bestreikt?

Der Tarifkonflikt dreht sich um die Arbeitsbedingungen der etwa 30.000 Beschäftigten in rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben in NRW. In den bislang zwei Verhandlungsrunden ist keine Einigung erzielt worden.

Verdi NRW will die wöchentliche Arbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich verkürzen. Die Ruhezeit zwischen zwei Schichten soll außerdem von 10 auf 11 Stunden erhöht werden. Der Zuschlag für Sonntagsarbeit soll von 25 Prozent des Stundenentgelts auf mindestens 40 Prozent steigen.

Arbeitgeber halten Forderungen für überzogen

Der Kommunale Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen wirft Verdi seit Wochen vor, die Augen vor der desolaten Finanzlage der Verkehrsbetriebe zu verschließen. Die Tarif- und Entgeltbedingungen hätten sich schon deutlich verbessert, der Nahverkehr biete bereits attraktive Arbeitsplätze. Die Tarifverhandlungen werden ab dem 24. März in dritter Runde fortgesetzt.