Bielefeld. Die Leidensfähigkeit, die Arminia-Fans gelegentlich brauchen, ist sprichwörtlich. Das bezieht sich auf sportliche Achterbahnfahrten ebenso wie auf manche finanzielle Kapriole, die in der Vergangenheit für nervliche Belastungen sorgte.

Robustheit wird den Besuchern der Schüco-Arena aber auch in den Pausen oder vor Öffnung der Stadiontore abverlangt, wenn die Schlangen an Bierständen und Toiletten lang und länger werden und Regen, Schnee oder Kälte in die Jacken kriechen. Die bauliche Unterversorgung will der Fußball-Zweitligist jetzt aber beheben: „Wir bauen einen Biergarten, der zum Wohnzimmer für alle Arminen werden soll“, verspricht DSC-Geschäftsführer Christoph Wortmann.

Schon zum Beginn der kommenden Saison soll die „multifunktionale Veranstaltungsfläche“ mit Cateringangeboten, Sitz- und Stehplätzen für zunächst bis zu 1.000 Stadionbesucher und -besucherinnen einsatzbereit sein. Der Biergarten wird direkt neben dem wichtigen Eingang hinter dem Trainingsplatz „Hartalm“ auf dem Julius-Hesse-Platz entstehen und mit einem großen transparenten Dach ausgestattet: „Das wird ein lichtdurchfluteter Ort, wir verbessern die Möglichkeiten zum Verweilen“, freuen sich Christoph Wortmann und Christian Venghaus, der sich als Organisations-Direktor maßgeblich um den kompletten Stadionbetrieb kümmert.

Private Feiern oder Konzerte wären hier denkbar

Unter dem Dach werden die Besucher zusätzliche Stände für Getränke, Imbisse und einen Fanladen finden. Es wird eine kleine Bühne und eine Leinwand geben, aber auch neue Toiletten. Denn vor allem für Frauen, deren Anteil an den Stadiongästen sich in den vergangenen Jahren kräftig erhöht habe, sei die Versorgung mit sanitären Anlagen stark verbesserunsgbedürftig, wissen die Verantwortlichen.


Christoph Wortmann, Geschäftsführer DSC Arminia Bielefeld

Christian Venghaus, Direktor Organisation DSC Arminia Bielefeld - © Jörg Dieckmann

Christoph Wortmann, Geschäftsführer DSC Arminia Bielefeld
Christian Venghaus, Direktor Organisation DSC Arminia Bielefeld
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„Unser Hauptansatzpunkt ist die Verbesserung der Infrastruktur in der Schüco-Arena für die Spieltage“, erklärt Christian Venghaus. Bei Schmuddelwetter, aber auch bei allzu starker Sonneneinstrahlung könne das von der französischen Firma SMC2 erbaute Biergartendach mit einer speziellen Membran-Konstruktion einen gewissen Schutz bieten. Die Caterer (A/S/H Arena Catering und Krombacher), die sich um das leibliche Wohl der Gäste kümmern, hätten naturgemäß selbst ein Interesse an der schon länger besprochenen Baumaßnahme.

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Perspektivisch wird die Baumaßnahme, für die etwa 650.000 Euro investiert werden sollen, aber auch neue Möglichkeiten für Drittveranstaltungen externer Nutzer eröffnen, also vielleicht private Feiern, Konzerte oder Kultur-Veranstaltungen. Darüber werde jetzt mit Partnern wie Bielefeld Marketing gesprochen, und der Umfang der Nutzungsmöglichkeiten hänge natürlich von ausstehenden Genehmigungen ab.


Der Biergarten entsteht zwischen dem Trainingsplatz "Hartalm" und der benachbarten Gertrud-Bäumer-Realschule, direkt neben einem der wichtigsten Eingänge zum Stadiongelände. Nur der Blick auf die TV-Übertragungswagen am "TV-Compound" könnte den Ausblick für empfindliche Gäste ein wenig trüben. - © Arminia Bielefeld

Der Biergarten entsteht zwischen dem Trainingsplatz „Hartalm“ und der benachbarten Gertrud-Bäumer-Realschule, direkt neben einem der wichtigsten Eingänge zum Stadiongelände. Nur der Blick auf die TV-Übertragungswagen am „TV-Compound“ könnte den Ausblick für empfindliche Gäste ein wenig trüben.
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Zunächst ist noch Kampfmitteluntersuchung nötig

Grundsätzlich liege für das vom Architekturbüro „Jonek + Dressler“ geplante Vorhaben bereits eine vorläufige Baugenehmigung vor, die Fertigstellung sei schon für Ende Juni vorgesehen, wie es heißt. Bevor in den nächsten Wochen mit dem Bau von Schächten für Kabel- und Versorgungsleitungen und den Catering-Gebäuden begonnen werden könne, müsse jedoch noch eine Kampfmitteluntersuchung durchgeführt werden: Denn in der Nähe habe es im Zweiten Weltkrieg eine Stellung von Flugabwehrkanonen (Flak) gegeben, die bombardiert worden sein könnte.

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Die Überdachung umfasse zunächst 800 Quadratmeter, doch wenn der neue Biergarten gut angenommen wird, wäre auch eine Erweiterung auf bis zu 3.000 Quadratmeter denkbar.