Der Holocaust-Überlebende Jacques Altmann ist am vorvergangenen Freitag im Alter von 103 Jahren in Paris gestorben. Dies teilte Ulrike Schrader von der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal nun mit.
Adolf Altmann, der sich nach dem Krieg nach seinem ermordeten jüngsten Bruder „Jacques“ benannt hat, wurde am 3. März 1923 als zweiter Sohn des Schneiders Sucher Altmann und seiner Frau Dina Schwarz in Elberfeld geboren. In der Paradestraße 29 betrieben die Eltern eine Schneiderei. 1932 zog die Familie nach Dortmund um, aber weil der Vater im Verdacht stand, Kommunist zu sein, verließ die mittlerweile fünfköpfige Familie schon kurz nach der nationalsozialistischen Machtübernahme das Land und ließ sich in Nancy, später dauerhaft in Romainville bei Paris nieder. Auch hier verdienten die Altmanns ihren Lebensunterhalt mit einer Schneiderei. In Romainville wurden nach drei Söhnen noch zwei weitere geboren.
Jacques Altmann wurde 1941 zum ersten Mal verhaftet: nach einer Schlägerei mit Nazis, die das Geschäft seines Vaters mit NS-Propaganda beklebt hatten. Er floh aus dem Pariser Gefängnis und schloss sich später einer Widerstandsgruppe an. Erneut verhaftet wurde er am 10. Februar 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert, wo seine Eltern und seine vier Brüder bereits im Jahr zuvor ermordet worden waren. Jacques Altmann war nach der Befreiung durch US-amerikanische Truppen der einzige Überlebende seiner Familie. In der Dauerausstellung der Begegnungsstätte Alte Synagoge ist ein biografisches Zeitzeugen-Video zu sehen. Red