
Die Bezirksbürgermeisterin von Steglitz-Zehlendorf, Maren Schellenberg (Grüne), hat Angaben der Senatskanzlei zum Krisenmanagement des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) beim Stromausfall im Januar widersprochen.
Wegner habe mit ihr erst am zweiten Blackout-Tag in direktem Kontakt gestanden, also am Sonntag, den 4. Januar 2026, sagte Schellenberg dem rbb. An diesem Tag habe Wegner mit ihr eine Notunterkunft im Bezirk besucht und sei anschließend im Rathaus des Bezirks gewesen.
Seit Wochen Kritik an Wegner
Die Senatskanzlei hatte in der Antwort auf eine Parlamentarische Anfrage des BSW-Abgeordneten King dagegen angegeben, dass Wegner bereits am Samstag unter anderem im Austausch mit der Bezirksbürgermeisterin von Steglitz-Zehlendorf gestanden hätte. Zuerst hatte die „Berliner Morgenpost“ [Bezahlinhalt] berichtet.
King reagierte entrüstet: „Bisher bin ich davon ausgegangen, dass ich im Rahmen des parlamentarischen Fragerechts mit wahrheitsgemäßen Antworten des Senats rechnen darf“, sagte er dem rbb. „Wenn das in Frage gestellt ist, wäre das auch ein Demokratieproblem.“
Seit Wochen steht der Regierende Bürgermeister wegen seines Verhaltens am ersten Tag des Stromausfalls im Südwesten Berlins in der Kritik. Wegner hatte erklärt, den ganzen Tag in der Sache telefoniert zu haben. Später musste er nach rbb-Recherchen einräumen, auch eine Stunde Tennis gespielt zu haben.
Sendung: rbb|24, 20.03.2026, 17:45 Uhr