Newsblog zum Krieg in der Ukraine

Terroranschlag auf tschechische Rüstungsfirma

Aktualisiert am 21.03.2026 – 04:32 UhrLesedauer: 15 Min.

Ein Feuerwehrfahrzeug steht an dem Gebäude von LPP, in dem es gebrannt hat.Vergrößern des Bildes

Ein Feuerwehrfahrzeug steht an dem Gebäude von LPP, in dem es gebrannt hat. (Quelle: x.com/Nexta)

Auf europäischer Ebene konnten sich die Staatschefs nicht auf einen neuen Ukraine-Kredit einigen. Russland könnte Tanker mit Kriegsschiffen sichern. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Am Freitag hat die ukrainische Armee nach eigenen Angaben ein wichtiges Industrieziel im russisch besetzten Gebiet Luhansk getroffen. Wie der Generalstab in Kiew mitteilte, sei in der Nacht zum 20. März das Altschewsker Metallurgische Werk angegriffen worden. Die Anlage unterstütze demnach direkt die russische Kriegsführung.

Nach Darstellung des Militärs würden dort unter anderem Hüllen für Artilleriegeschosse produziert sowie Panzerstahl für militärische Ausrüstung hergestellt und repariert. Die Fabrik gilt als Teil der militärischen Lieferkette Moskaus. Ein erfolgreicher Angriff könnte daher Auswirkungen auf die Versorgung russischer Truppen haben.

Unklar blieb zunächst, wie groß die Schäden sind. Der Generalstab erklärte, das genaue Ausmaß der Zerstörung sowie mögliche russische Verluste würden noch geprüft.

Im tschechischen Pardubice ist in der Nacht zu Freitag eine Produktionsanlage des Rüstungsunternehmens LPP Holding in Brand geraten, die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf einen terroristischen Angriff. Das berichtet der ukrainische „Kyiv Independent“. Das Unternehmen produziert unter anderem Waffen für die Ukraine. Die Firma bestätigte den Vorfall auf ihrer Webseite.

Das Feuer brach in einem Industriekomplex rund 120 Kilometer östlich von Prag aus. Nach Angaben der Feuerwehr stand zunächst eine Lagerhalle in Flammen, später griff das Feuer auf ein weiteres Gebäude über. Verletzt wurde niemand.

Die tschechische Regierung stuft den Vorfall als schwerwiegend ein. Ministerpräsident Andrej Babiš sagte, der Brand werde „als terroristischer Akt untersucht“. Innenminister Lubomír Metnar erklärte, es gebe eine „wahrscheinliche Verbindung zu einem terroristischen Angriff“. Die Firma stellt auch Waffensysteme für Israel her.

Im ostukrainischen Gebiet Donezk sind mindestens zwei Zivilisten bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Fahrzeug getötet worden. Zwei weitere Insassen des Autos seien verletzt worden, teilte die Staatsanwaltschaft bei Telegram mit. Der russische Angriff mit einer ferngesteuerten Drohne sei beim Versuch der Evakuierung aus der Siedlung Olexijewo-Druschkiwka im Landkreis Kramatorsk erfolgt. Die Behörde leitete Ermittlungen wegen eines mutmaßlichen Kriegsverbrechens ein. Die Frontlinie befindet sich nur etwa zehn Kilometer von der Ortschaft entfernt.

Gebietsgouverneur Wadym Filaschkin ordnete indes in Teilen des benachbarten Landkreises Slowjansk die zwangsweise Evakuierung von Kindern an.