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„Die Nummer eins der Welt sind wir!“ Die Fans von Nina Meinke (33) sangen auf der Galerie der Fischauktionshalle in Hamburg. Unten lagen sich die Berlinerin und ihre Gegnerin Dyana Vargas (34) nach einem packenden Kampf in den Armen. Vor zehn Monaten erlitt Meinke einen schweren Bandscheibenvorfall – jetzt ist sie Doppelweltmeisterin!
Bei der Box-Gala der neuen Promotion „Ringside Zone“ besiegte die Patentochter von Ex-Weltmeister Sven Ottke ihre ehemalige Sparringspartnerin aus der Dominikanischen Republik souverän nach Punkten. Die Frauen hatten sich zuvor darauf geeinigt, wie die Männer über zwölfmal drei Minuten zu kämpfen, statt über zehnmal zwei. Meinke dominierte praktisch nach Belieben, gewann am Ende einstimmig nach Punkten (119:109, 119:109, 120:108). Der Lohn: Sie verteidigte ihren IBF-Gürtel im Federgewicht und holte sich den vakanten IBO-Gürtel dazu.
„Es war ein hartes Jahr“, strahlte die Berlinerin erschöpft, aber glücklich. „Aber ich habe so ein geiles Team an meiner Seite, das mir geholfen hat, noch stärker zurückzukommen.“
Vor zwei Jahren hatte Vargas Meinke bei der Vorbereitung auf den in letzter Sekunde abgesagten Kampf gegen Amanda Serrano geholfen. Nun reiste sie an, um zu gewinnen. Doch Meinke boxt sie clever und kontrolliert aus. Schon in der dritten Runde hatte Vargas eine blutige Nase. „Ich habe mich topfit gefühlt nach der Rückenoperation“, sagte Meinke. „Es hat mir super viel Spaß gemacht, zu kämpfen, und ich habe versucht, meine Linie durchzuziehen. Ich bin einfach überwältigt.“ Genau wie Promoter Florian Winter: „Nina hat unfassbar geboxt“.
Auch Kult-Trainer Ulli Wegner (83) war vom exklusiven Abend mit zahlreichen Promi-Gästen begeistert: „Diese Veranstaltung zeigt, dass es in Deutschland mit dem Boxen wieder nach oben geht.“
Die Doppelweltmeisterin fährt nun mit Freund Philipp und Hund Donny in den Urlaub nach Dänemark. Im April eröffnet sie dann in Berlin ihren eigenen Box-Klub. Promoter Winter hofft derweil, dass Meinke noch mal eine Chance gegen Superstar Serrano bekommt, die vor zwei Jahren wegen einer angeblichen Augenverletzung im Ring (!) abgesagt hatte …
Auch Schwergewichtler siegen
Zuvor gewannen auch die drei Ringside-Schwergewichtler. Am souveränsten löste Viktor Jurk (25) seine Aufgabe. Der Flensburger machte mit Emilio Ezequiel Zarate (44) kurzen Prozess. Nach einem Leberhaken flog nach 40 Sekunden in der zweiten Runde das Handtuch aus der Ecke des Argentiniers. „Ich wollte gerne ein paar Runden länger boxen, aber das Ergebnis ist super“, sagte der ungeschlagene Jurk nach seinem 11. K.o.-Sieg im 13. Profikampf.
Die beiden anderen mühten sich. Peter Kadiru (28) hatte den unangenehm kämpfenden Mauricio Nicolas Barragan (37/Uruguay) nach verhaltenem Beginn trotz Ellenbogenproblemen mehrfach am Boden, bekam den umgeschulten Cruisergewichtler aber nicht klein. „Ich habe mir den Kampf einfacher vorgestellt“, sagte der Hamburger, der in der Nachbarschaft der Fischauktionshalle aufgewachsen war. „Er war ein harter Hund. Ich weiß, dass ich viel mehr kann.“
Auch Emanuel Odiase (27) musste über acht Runden gehen. Sein zäher Gegner Kostiantyn Dovbyshchenko (34/Ukrainer) ist in seiner Karriere noch nie k.o. gegangen – auch Odiase schaffte es nicht und gewann ebenfalls einstimmig nach Punkten.