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Seit 2013 sind auf Bremens öffentlichen Friedhöfen muslimische Bestattungen möglich.

Bild: dpa | Christoph Soeder

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Viele Muslime leben und sterben im Land Bremen. Die meisten wollen hier auch bestattet werden. Dafür kommt nur Erde infrage, die noch nie als Grab gedient hat.

Bis zu 70.000 Muslime leben im Land Bremen, schätzt die Schura, die Islamische Religionsgemeinschaft Bremen. Viele sind hier geboren, Bremen ist ihre Heimat. Hier wollen sie nicht nur leben und sterben, sondern auch beigesetzt werden. Das ist auf Bremens öffentlichen Friedhöfen erst seit 2013 möglich, auf eigens dafür vorgesehenen Feldern.

Wie viele muslimische Bestattungen gibt es pro Jahr in Bremen und Bremerhaven?

Die Zahl steigt kontinuierlich an. 2013 gab es in der Stadt Bremen 73 muslimische Bestattungen, 2025 waren es 194, teilt Ina Schulze aus dem Umweltressort mit. Insgesamt gab es in Bremerhaven von 2013 bis 2025 221 muslimische Bestattungen, sagt Magistrats-Sprecher Mark Schröder.

In Bremerhaven gibt es auf dem Friedhof Spadener Höhe ein muslimisches Grabfeld. In Bremen sind es Flächen in Osterholz, Aumund, Mahndorf und auf dem Friedhof Huchting.

Wieso sind für muslimische Bestattungen gesonderte Grabfelder vonnöten?

Weil die Verstorbenen nach islamischen Bestattungsregeln nur in Erde beigesetzt werden dürfen, die noch nie als Grab gedient hat. Auch gilt im Islam die ewige Totenruhe. Das bedeutet, dass ein Grab nicht aufgelöst oder neu belegt werden darf.

Um dennoch auch künftig genügend Grabflächen für muslimische Bestattungen bereithalten zu können, hat sich der Bremer Senat im September 2024 mit der Schura Bremen auf ein Konsenspapier verständigt. Das Abkommen ermöglicht dem Senat in Abstimmung mit der Schura, auch solche Flächen für neue Gräber zu bestimmen, auf denen bereits Menschen muslimischen Glaubens beigesetzt wurden. Ina Schulze aus dem Umweltressort betont, dass es derzeit genügend Bestattungsmöglichkeiten für Muslime in Bremen gebe.

Worin unterscheiden sich muslimische Bestattungen von christlichen?

Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass für Muslime nur Erdbestattungen infrage kommen, keine Einäscherungen. Ihr Körper soll möglichst unangetastet bleiben, wie bei einem lebenden Menschen.

„Die Menschen sind aus der Erde entstanden und sollen der Erde wieder zugeführt werden, so, wie sie sind“, erklärt der Bremer Bestatter Ibrahim Aydin den Grundgedanken dahinter. Aus dem gleichen Grund würden die Toten im Regelfall nicht in einem Sarg beigesetzt, sondern lediglich in ein Leinentuch gehüllt.

Ein weiterer wesentlicher Unterschied zu christlichen Bestattungen: Das Grab und das Gesicht des Toten weisen bei den Muslimen Richtung Mekka – von Bremen aus also nach Osten, sagt Aydin. Mekka liegt in Saudi-Arabien und ist die heiligste Stadt des Islams.

Weshalb ist bei muslimischen Bestattungen besondere Eile geboten?

Im Islam ist es üblich, den Verstorbenen schnellstmöglich zu bestatten, idealerweise innerhalb von 24 Stunden nach dem Tod. „Man konnte die Toten früher nicht kühlen“, erklärt Aydin die Tradition dahinter. Auch gehe es dabei um die Würde des Verstorbenen und darum, dass seine Seele Ruhe finden könne.

Werden immer noch Muslime zur Bestattung aus Bremen ausgeflogen?

Ja, sagt Aydin. Sein Unternehmen bietet auch Überführungen Verstorbener in andere Länder an. Meist gehe es dabei um türkische Gastarbeiter der ersten Generation. „Sie sind oft nie richtig in Bremen angekommen“, so Aydin.

Ganz anders lägen die Dinge meist in der zweiten und dritten Generation – wie bei ihm: „Ich bin in Bremen geboren. Hier ist meine Heimat“, sagt er. Die Türkei sei für ihn vor allem ein Urlaubsland.

Aufkleber auf einem Sarg, der anzeigt, dass das Gesicht in Richtung Sonne zeigen soll

Das ist wichtig bei einer jesidischen Beerdigung

Der Bremer Bestatter Ibrahim Aydin ist Bestatter, sein Spezialgebiet sind internationale Beisetzungen. Einblicke in die Überführung eines Verstorbenen.

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Der Bremer Bestatter Ibrahim Aydin ist Bestatter, sein Spezialgebiet sind internationale Beisetzungen. Einblicke in die Überführung eines Verstorbenen.

Quelle: Radio Bremen