Fragen & Antworten

Standdatum: 21. März 2026.

Autorinnen und Autoren:
Alexander Schnackenburg

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Ein Rentner liest Gaszähler in seinem Heizungsraum ab, leuchtet mit der Handy-Taschenlampe auf den Gaszähler,

Vor dem Ablesen des Gaszählers haben viele Verbraucher umso mehr Angst, je teurer das Gas ist.

Bild: dpa | Wolfgang Maria Weber

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Der Krieg in Nahost hat die Sprit-Preise hochgetrieben. Wird auch das Heizen teurer? So oder so: Bremer Energieexperten empfehlen Kunden die baldige Abkehr von Öl und Gas.

Nicht nur das Autofahren ist für viele Menschen in Bremen, Bremerhaven und umzu teurer geworden. Die Energiekosten drohen generell aus dem Ruder zu laufen. Viele Leute fragen sich: Soll ich weiter auf Öl oder Gas setzen? Oder doch lieber auf Fernwärme, eine Wärmepumpe und/oder Solarenergie umsatteln? Das sagen Expertinnen und Experten dazu.

Wie werden sich die Energiepreise im Land Bremen entwickeln?

Momentan stünden keine Preisänderungen an, sagt Angela Dittmer, Sprecherin des Energieversorgers SWB. Sie räumt aber auch ein: „Sollte sich der Konflikt ausweiten oder länger andauern, wäre mit einer anhaltenden Unsicherheit an den internationalen Energiemärkten zu rechnen.“
So etwas führe erfahrungsgemäß zu starken Preisschwankungen bei insgesamt steigenden Preisen – die dann auch die Kundinnen und Kunden träfen.

Ein Heizungsbauer nimmt nach Einbau einer Waermepumpe Einstellungen vor.

Moderne Wärmepumpen benötigen weniger Platz und lassen sich einfacher handhaben als die ersten Modelle.

Bild: dpa | Sven Simon/Frank Hoermann

Wie gehen die Menschen mit dieser Ungewissheit um?

Nadine Auras vom Energieversorger EWE sagt, dass sich die Nachfrage nach Solaranlagen seit Ausbruch des Krieges etwa verdoppelt habe. Auch sei die Nachfrage nach Wärmepumpen und Wallboxes gestiegen. Wallboxes nutzt man, um Elektro-Autos mit Strom „aufzutanken“. Die EWE ist im Bremer Umland der größte Energieversorger.

Etwas andere Erfahrungen hat Martin Grocholl gemacht. Der Geschäftsführer der Bremer und Bremerhavener Klimaschutzagentur Energiekonsens sagt, dass sich die Zahl der Beratungen durch die Agentur seit dem Krieg in Nahost nicht verändert habe. Sie bewege sich schon länger mit rund 130 Gesprächen monatlich auf einem konstant hohen Niveau.

„Bei vielen, die geschwankt haben, führen die jüngsten Ereignisse dazu, dass sie sagen: Jetzt wollen wir es wirklich machen.“ Das betreffe den Kauf einer Wärmepumpe ebenso wie den Umstieg auf Solarenergie oder – sofern möglich – den Anschluss an das Fernwärmenetz.

Reagieren die Menschen überall in der Region gleich auf die angespannte Lage?

Nein, offenbar gibt es erhebliche regionale Unterschiede. Steffen Röhrs, Obermeister der Innung Sanitär Heizung Klima Bremen, berichtet von einem Rekordhoch bei Nachfragen zu Wärmepumpen. Er sagt aber auch: „Die tatsächlichen Auftragseingänge bewegen sich stabil auf mittelhohem Niveau.“

Ähnlich scheint die Lage in Bremerhaven zu sein. Zwar seien Wärmepumpen bei den Kundinnen und Kunden durchaus gefragt, berichtet Dirk Ritschel, Obermeister der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Bremerhaven-Wesermünde. Zugenommen habe die Nachfrage aber nicht in den letzten Tagen.

Den Mega-Run auf Wärmepumpen hatten wir vor zwei/drei Jahren. Jetzt ist Ruhe in den Markt gekommen.

Dirk Ritschel

Etwas anders liegen die Dinge im ländlichen Raum. Zumindest sagt das Stefan Ihssen, Obermeister der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik in Osterholz-Scharmbeck. Ihssens Unternehmen sitzt in Grasberg. Mit Wärmepumpen täten sich gerade einige ältere Kunden schwer: „Die sind es gewohnt, ihre kleinen, alten Heizkörper morgens rauf und abends runter zu drehen. Da geht es um die Gewohnheit und um das Gefühl.“

Was empfehlen Fachleute?

Martin Grocholl aus der Klimaschutzagentur Energiekonsens rät grundsätzlich allen zum Energiesparen, zu energetischen Sanierungen und zum Umstieg auf regenerative Energiequellen. Er empfiehlt sich vorher Rat holen. Zum Beispiel im Klima Bau Zentrum Bremens und Bremerhavens oder bei der Verbraucherzentrale Bremen.

„Die Energiepreise sind an CO2-Preise gekoppelt und werden schon deshalb bald laufend steigen“, sagt Steffen Röhrs. Er ist überzeugt, dass sich Wärmepumpen in fast allen Fällen auszahlen.

Das sehen seine Kollegen genauso. So sagt Dirk Ritschel aus Bremerhaven: „Ich rate definitiv zur Wärmepumpe.“ Und Stefan Ihssen aus Grasberg meint: „Wenn ich heute vor der Wahl stünde, würde ich eine Wärmepumpe einbauen.“

Ein Auto wird an einer Ladesäule aufgeladen.

Die hohen Benzinpreise haben das Interesse vieler Kunden an E-Autos geweckt. Wie sich dieses Interesse statistisch auswirkt, bleibt aber abzuwarten.

Bild: Imago | Wolfgang Maria Weber

Wie wirken sich die hohen Spritpreise auf die Nachfrage nach E-Autos aus?

Bisher noch nicht so sehr, sagt ein Sprecher des Zentralverbands Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK). „Dafür ist der Zeitraum der gestiegenen Energiepreise bislang zu kurz.“ Der Autokauf sei meist keine spontane Entscheidung.

Im Land Bremen ist die Zahl der Neuzulassungen bei Elektro-Autos im Februar gegenüber dem Februar 2025 sogar zurückgegangen: um 14 Prozent, sagt Karl-Heinz Bley, Präsident des Kfz-Landesverbands Niedersachsen-Bremen. Er glaubt, dass sich erst einmal wenig daran ändern wird: „Die Benzin-Preise sind zwar gestiegen. Aber auch die Strompreise sind hoch. Außerdem gibt es in Bremen immer noch zu wenig Ladestationen für E-Autos.“

Völlig andere Erfahrungen macht Ralph Orléa in seinem Autohaus. Der stellvertretende Obermeister der Innung des Kraftfahrzeugtechniker-Handwerks Bremen sagt: „Die Nachfrage nach E-Autos ist extrem groß, seit die Benzinpreise so stark gestiegen sind.“ Das gelte für Neuwagen ebenso wie für gebrauchte. Ein wesentlicher Faktor dabei sei auch die Prämie, die der Bund für den Kauf von E-Autos auslobt. Mehr dazu steht auf dieser Website des Bundesumweltministeriums.

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Bild: Radio Bremen

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Quelle:
buten un binnen.

Dieses Thema im Programm:
butenunbinnen.de, Dein AudioUpdate, 21. März 2026, 8:47 Uhr