Sarah Engels: „Ich finde, wir sollten mal wieder an uns glauben“
Im Moment denkt sie aber nur an den ESC in Wien und ihren Auftritt. Und natürlich will sie ganz nach vorne, was in den letzten Jahren mit den deutschen Songs nicht wirklich geklappt hat. „Ich habe mir durch meine Vergangenheit ein ziemlich dickes Fell angeeignet“, sagt sie im Kölner Treff. „Aber ich möchte auch an Deutschland appellieren, dass wir unsere Künstler, die zum ESC gehen, respektieren, dass man auch sieht, was dahintersteckt an Schweiß, Arbeit und Mut.“
Engels betont: Es sei „so schön, dass so viele Länder da zusammenkommen. Es ist einfach ein Fest. Es ist Musik, es soll bewegen und die Menschen berühren. Immer wieder wird gesagt, Deutschland verliert ohnehin. Und das ist so schade. Ich finde, wir sollten mal wieder an uns glauben.“
Viel Zeit zum Entspannen hat Sarah Engels nach ihrem ESC-Auftrit übrigens nicht. Zwei Tage später steht sie schon wieder auf der Bühne: Als weibliche Hauptrolle im Musical „Moulin Rouge“ in Köln. „Ich spiele dort seit dem vergangenen Herbst, und das ist aus einem Witz heraus entstanden“, erzählt Sarah Engels, zu deren ESC-Teilnahme sich auch Pietro Lombardi geäußert hat. „Ich war da beruflich wegen etwas anderem da und habe denen dann gesagt, och, hier könnte ich auch mal eine Hauptrolle spielen. Ein paar Monate später riefen sie dann bei mir zu Hause an, fragten, ob ich das ernst gemeint hätte. Da sollte ich für drei Stunden Texte auswendig lernen und schauspielern, obwohl ich keine Schauspielerfahrung habe. Aber dann hat es mich irgendwie gekitzelt.“
Sarah Engels ist glücklich. Sie hat es geschafft. Und dabei hat sie immer noch Zeit für die Familie. Und die kommt natürlich auch mit zum ESC nach Wien. „Ja“, freut sich Sarah Engels, „Ich habe volle Unterstützung.“
Dabei hat die Sängerin bereits den ersten Rückschlag erlitten: Nach nur einer Woche fliegt Sarah Engels‘ ESC-Song aus den Charts.
Von Marko Schlichting