Weich gestreutes Licht als verbindendes Element

Dass Licht hier nicht nur inszeniert, sondern konstruktiv gedacht ist, zeigt sich in den Details. Perforierte Stahlplatten, offene Treppen und durchlässige Übergänge lassen es durch das Haus wandern. Dabei entsteht keine gleichmäßige Ausleuchtung, sondern eine Abfolge von Verdichtungen und Auflösungen. Licht wird gefiltert, gebrochen, weitergegeben – und verbindet so Räume, die physisch voneinander getrennt sind. Der zentrale Luftraum ist mit weiß geschlämmtem Ziegel ausgekleidet, der das Licht aufnimmt und weich streut. „Er ist kein einzelnes Objekt, sondern ein räumlicher Zustand, der sich im Laufe des Tages verändert“, beschreibt Edgley diese Qualität.

Oberlicht Reihenhaus London

Eine schmale Galerie verbindet die Ebenen und lenkt den Blick nach oben. Licht fällt von oben ein und verändert die Wahrnehmung des Raums im Tagesverlauf.

James RetiefIn-Beziehung-Sein statt erzwungener Gemeinschaft

Das Haus ist für eine Familie entworfen, deren Alltag sich nicht eindeutig zonieren lässt. Zwei Söhne, die zunehmend eigenständig werden, und ein Vater, der Verbindung sucht – eine Konstellation, die sich ständig verschiebt. Die Architektur reagiert darauf nicht mit klaren Trennungen, sondern mit Abstufungen. „Die vertikale Offenheit sorgt dafür, dass man sich auch dann verbunden fühlt, wenn man sich auf unterschiedlichen Ebenen aufhält“, erklärt Edgley. Gemeinschaftliche Bereiche entwickeln sich über mehrere Ebenen hinweg, während Rückzugsräume gezielt gesetzt sind, ohne vollständig isoliert zu sein.