Fragen & Antworten

Standdatum: 21. März 2026.

Autorinnen und Autoren:
Verena Patel

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Eine Frau wird per Ultraschall untersucht (Symbolbild)

Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung lässt sich heute eine Endometriose feststellen, eine Operation braucht es dafür nicht mehr.

Bild: Imago | HalfPoint Images

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Mehr Diagnosen, mehr Krankenhausaufenthalte: Endometriose ist eine gutartige Erkrankung, die aber das Leben stark einschränken kann. Wo Frauen in Bremen Hilfe bekommen.

Haben mehr Frauen Endometriose als noch vor 20 Jahren?

Aus den anonymen Abrechnungsdaten der Versicherten bei der Krankenkasse Barmer ergibt sich ein starker Anstieg der Endometriose-Diagnosen. In Bremen ist die Zahl dieser Diagnosen demnach von 2.300 im Jahr 2005 auf etwa 3.900 im Jahr 2024 gestiegen, rechnet die Krankenkasse vor.
Deutschlandweit ist auch die Zahl der Krankenhausaufenthalte wegen Endometriose innerhalb von zehn Jahren um 50,1 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Während es im Jahr 2014 gut 25.100 klinisch behandelte Patientinnen waren, habe es 2024 rund 37.700 stationäre Fälle gegeben.

Information zum Thema
Was ist Endometriose?

Bei einer Endometriose bildet sich Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter. Es kann sich zum Beispiel an den Eierstöcken, am Darm, am Bauchfell, an der Scheidenwand oder im Beckenraum ansiedeln. Medizininerinnen sprechen von sogenannten Endometrioseherden. Sie wachsen ebenso wie die Schleimhaut in der Gebärmutter mit dem Zyklus der Frau und bluten während der Menstruation. Dieses Blut kann – anders als Menstruationsblut – nicht abfließen. Dadurch kann es zu Entzündungen kommen. Die Wucherungen einer Endometriose sind gutartig, die Erkrankung verläuft chronisch.

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Im Bremer St.Joseph-Stift stellt man Ähnliches fest: „Wir können diese Entwicklung bestätigen. Durch die Einführung einer festen Endometriosesprechstunde, die immer mittwochs stattfindet, konnten wir die Zahl der Diagnosen und Operationen deutlich steigern“, heißt es auf Anfrage schriftlich.

Auch bei der Gesundheit Nord (Geno) bestätigt sich nach eigenen Angaben der Eindruck, dass die Zahl der Diagnosen zugenommen habe. Die Endometriose-Sprechstunde am Klinikum Bremen-Nord sei stark nachgefragt, sagt Pressesprecherin Karen Matiszick auf Anfrage.

Nach einem 2023 veröffentlichten Bericht zur gesundheitlichen Lage von Frauen in Deutschland des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind zehn bis 15 Prozent der Frauen im fruchtbaren Alter von Endometriose betroffen.

Was ist die Ursache für die gestiegene Zahl von Diagnosen?

„Aus meiner Sicht gibt es dafür mehrere Gründe“, meint Lotta Zech, Oberärztin der Frauenklinik am St. Joseph-Stift in Bremen. „Zum einen ist das Bewusstsein für Endometriose in der Bevölkerung deutlich gestiegen. Zum anderen ermöglichen verbesserte Diagnoseverfahren, insbesondere der Ultraschall, heute eine schnelle und kostengünstige Diagnosestellung – ohne dass sich jede betroffene Frau für die Diagnose einer Operation unterziehen muss.“

Welche Symptome haben Betroffene?

„Endometriose wird nach wie vor oft zu spät diagnostiziert. Neben den typischen Beschwerden wie Unterbauchschmerzen und starken Regelschmerzen gibt es auch weniger bekannte Symptome, etwa Schulterschmerzen oder Schmerzen, die in die Beine ausstrahlen“, beschreibt Oberärztin Zech mögliche Beschwerden. Besonders bei Patientinnen unter 18 Jahren träten die Schmerzen häufig chronisch und auch abseits der Regelblutung auf.

Schmerzen können von Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall begleitet sein. In bestimmten Fällen können die Wucherungen Eileiter und Eierstöcke beeinträchtigen, so dass Patientinnen trotz Kinderwunsch nicht schwanger werden.

Wo bekommen betroffene Frauen in Bremen Hilfe?

Das Klinikum Bremen-Nord und das St.-Joseph-Stift bieten jeweils eine spezielle Endometriose-Sprechstunde an. Diese können Patientinnen nur nach Überweisung durch Haus- oder Frauenärzte besuchen. Beide Sprechstunden sind nach Angaben der Krankenhäuser stark nachgefragt, im St.-Joseph-Stift sind Termine bis zu sechs Monate im Voraus ausgebucht. Dort soll noch 2026 ein zertifiziertes Endometriosezentrum entstehen. Auch gynäkologische Praxen legen einen Fokus auf die Erkrankung. Außerdem gibt es Selbsthilfegruppen.

Quelle:
buten un binnen.

Dieses Thema im Programm:
butenunbinnen.de, Dein Audio Update, 21. März 2026, 18:07 Uhr