In der Düsseldorfer Stadtgesellschaft und in der Jüdischen Gemeinde gehören sie zu den besonders wertgeschätzten Bürgern: Ruth und Herbert Rubinstein. Jetzt zeichnete sie Oberbürgermeister Stephan Keller mit der Verdienstplakette der Landeshauptstadt aus.
Der Stadtrat hatte beschlossen, die Eheleute unter anderem für die Förderung des jüdischen Lebens in Nordrhein-Westfalen, den christlich-jüdischen Dialog sowie ihre Rolle als Schlüsselpersonen und Brückenbauer bei der Gründung der Städtepartnerschaft mit Czernowitz auszuzeichnen.
„Mit großer Ausdauer und persönlicher Hingabe engagieren sich Ruth und Herbert Rubinstein seit vielen Jahren für Aufklärung, Dialog und Erinnerung. Ihr Einsatz für die Jüdische Gemeinde Düsseldorf, für die interkulturelle Zusammenarbeit und für die Städtepartnerschaft mit Czernowitz stärkt unsere demokratische Gesellschaft weit über Düsseldorf hinaus“, sagte Keller am Freitagnachmittag im Rathaus.
Seit Jahrzehnten engagieren sich die Eheleute in der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf (JGD). Ruth Rubinstein war von 1998 bis 2020 in der JGD Gemeinderätin und Vorstandsmitglied. Überdies ist sie seit 2020 auf Lebenszeit Ehrenvorsitzende. In ihrer Zeit als Gemeinderätin war sie im Vorstand verschiedener Dezernate der JGD tätig. Als Schuldezernentin hat sie die Gründung der Yitzak-Rabin-Grundschule in Düsseldorf maßgeblich vorangetrieben. In der Jüdischen Gemeinde übernimmt Ruth Rubinstein zudem ehrenamtliche Aufgaben von besonderer religiöser Bedeutung.
Herbert Rubinstein war von 1978 bis 1984 stellvertretender Vorsitzender des Gemeinderates und von 1984 bis 1998 Mitglied des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf. Von 1996 bis 2008 war er hauptamtlicher Geschäftsführer des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein. Rubinstein gilt als einer der geistigen Väter der jüdischen Grundschule und engagierte sich über viele Jahre für die Errichtung eines jüdischen Gymnasiums. Schließlich wurde das Albert-Einstein-Gymnasium 2016 als erstes jüdisches Gymnasium in Nordrhein-Westfalen eröffnet.
Herbert Rubinstein ist auch Mitinitiator des ehrenamtlichen Projekts „Erinnerung Lernen“, das modernes Unterrichtsmaterial für Kinder und Jugendliche entwickelt – in Deutschland, der Ukraine und besonders in seiner Geburtsstadt Czernowitz. Dieses Material ist darauf ausgerichtet, junge Menschen in ihren jeweiligen Landessprachen zu erreichen und über jüdisches Leben, Antisemitismus und die Shoa aufzuklären.
Die Graphic Novel und das gleichnamige Theaterstück „Blindekuh mit dem Tod“ erzählen die Geschichte seiner Kindheit im Holocaust. Herbert Rubinstein tritt regelmäßig vor jungen Menschen auf und schildert seine Erfahrungen mit Antisemitismus und der Shoa in einer eindrucksvollen, ruhigen und empathischen Weise, die nachhaltig berührt.
Mit unzähligen Synagogenführungen vermittelt er Menschen einen Zugang zu jüdischer Kultur, Religion und Denkweise.
Seit über 30 Jahren sind die Eheleute Rubinstein Mitglied in der Düsseldorfer Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Seit 1987 besteht zudem ein enges und vertrauensvolles Verhältnis zwischen den Eheleuten und der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.