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Baden-Württemberg – Fertiggerichte, Kochhilfen und Gewürze. Produkte der Traditionsmarke Knorr finden sich in vielen Haushalten. Nun könnte Knorr in US-amerikanischen Besitz übergehen. Die Marke soll verkauft werden. Erste Interessenten stehen bereits in den Startlöchern.
Das Unternehmen wurde vor knapp zwei Jahrhunderten in Heilbronn (Baden-Württemberg) gegründet. Seit 1998 gehörte Knorr zum US-Konzern Bestfoods. Der wurde im Jahr 2000 vom britischen Konsumgüterkonzern Unilever gekauft. Seitdem ist Knorr kein eigenständiges Unternehmen mehr, sondern eine Marke im Unilever-Portfolio. Aktuell sucht der Wirtschaftsgigant einen Käufer für seine Lebensmittelsparte. Damit könnte auch die Marke Knorr bald erneut verkauft werden.
Dieser US-Konzern will Knorr kaufen
Erste Verhandlungen mit dem US-Gewürzhersteller McCormick & Company laufen. Auch ein Kaufangebot liegt bereits vor. Das teilte Unilever am Freitag mit. Der Verkauf könnte ein Multi-Milliarden-Geschäft werden, doch um wie viel Geld es in den Verhandlungen geht, ist nicht bekannt. Ob es eine Einigung zwischen den beiden Unternehmen geben wird, ließen beide Parteien ebenfalls zunächst offen.
Aktuell betreibt Unilever vier Produktionsstätten in Deutschland. Lebensmittel werden in Auerbach und Heilbronn hergestellt, Körperpflegeprodukte in Buxtehude und Mannheim. Der Hauptsitz der Unilever Deutschland GmbH ist in Hamburg.

Die Knorr-Fabrik in Heilbronn, dem Gründungsstandort
Foto: picture alliance/imageBROKER
Im vergangenen Jahr machte die Lebensmittelsparte rund ein Viertel des Gesamtumsatzes des Großkonzerns aus und erlöste mehr als 12,9 Milliarden Euro (14,91 Milliarden Dollar). Neben Knorr gehören bekannte Lebensmittelmarken wie Hellmann’s sowie deutsche Marken wie Pfanni und Mondamin zu Unilever.

Fertiggerichte und Gewürzmischungen von Knorr sind in vielen deutschen Küchenschränken zu finden
Foto: IMAGO/Manfred Segerer
Unilever-Chef plant Strategie-Wechsel
Unilever-Chef Fernando Fernandez betonte bereits in der Vergangenheit, dass er den Fokus des Unternehmens verstärkt auf margenstärkere Produktgruppen legen möchte. Dazu zählt zum Beispiel alles zu den Themen Schönheit, Hygiene und Körperpflege. Im Zuge der Umstrukturierung spaltete Unilever 2025 bereits die margenschwache Speiseeissparte mit Marken wie Langnese, Magnum und Ben & Jerry’s ab. Als eigenständiges Unternehmen ging die „The Magnum Ice Cream Company“ Anfang Dezember an die Börse.

Fernando Fernandez (59) ist seit dem 1. März 2025 Chef von Unilever
Foto: Unilever
Weshalb Knorr verkauft werden soll
Grund für den Verkauf soll der zunehmende Druck auf Lebensmittelkonzerne sein. Viele Verbraucher sollen mittlerweile auf kostengünstige Produkte zurückgreifen oder sogar weniger konsumieren, die Nachfrage somit insgesamt sinken.
Der potenzielle Käufer McCormick hat seinen Firmensitz in Maryland und gilt mit einem Jahresumsatz von knapp sieben Milliarden Dollar (2025) und rund 14.000 Mitarbeitern als einer der weltweit führenden Hersteller von Gewürzen und scharfen Saucen.
Korrektur
In einer früheren Version des Artikels schrieben wir, dass Lipton zu Unilever gehört. Richtig ist aber, dass Unilever im November 2021 seine Teesparte an CVC Capital Partners verkaufte. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten, diesen zu entschuldigen.