(Motorsport-Total.com) – Abruptes Ende der Max-Verstappen-Party auf dem Nürburgring: Der von Winward Racing eingesetzte Mercedes-AMG GT3 #3 von Verstappen, Jules Gounon und Daniel Juncadella wurde nachträglich vom 58. ADAC Barbarossapreis disqualifiziert.

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Der Verstappen-Mercedes wurde nachträglich von NLS2 disqualifiziert
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Der Grund: Bei der routinemäßigen Auswertung der sogenannten Tyre-App durch die Technikkommission stellte sich heraus, dass das Team am Renntag sieben statt der erlaubten sechs Sätze Reifen verwendet hatte. Die Sportkommissare waren so gezwungen, das Fahrzeug zu disqualifizieren. Spielraum gibt es in solchen Fällen nicht.

Christian Hohenadel, Teamchef von Winward Racing, gibt den Fehler unumwunden zu: „Die Disqualifikation tut weh. Leider ist uns im Team ein Fehler unterlaufen, der die Rennleitung dazu gezwungen hat, das Siegerfahrzeug nachträglich zu disqualifizieren.“ (Neues Ergebnis NLS2 2026)

„Für uns war es der erste Einsatz als Mercedes-AMG Performance-Team auf der Nürburgring-Nordschleife. Ich möchte mich bei allen entschuldigen, die mit uns mitgefiebert haben. Wir werden den Tag nun genau analysieren, uns akribisch auf die weiteren Läufe vorbereiten und mit voller Konzentration auf 24 Stunden vom Nürburgring hinarbeiten.“

Neue Sieger des Rennens sind damit die Rowe-BMW-Piloten Dan Harper und Jordan Pepper, die mit dem nachgenannten Rowe-BMW #99 ursprünglich den zweiten Platz belegt hatten.

Der Falken-Porsche #44 (S. Müller/Heinemann) erbt den zweiten Platz, während sich der Black-Falcon-Porsche #48 (Assenheimer/T. Müller/Pereira) über ein völlig unerwartetes Gesamtpodium bei der SP9-Premiere am Nürburgring freuen kann. Das Trio hatte bereits den Pro-Am-Sieg geholt.

Die Leistung von Verstappen, Juncadella und Gounon sollte die Disqualifikation kaum schmälern, denn der zusätzliche Reifensatz wird einen Vorsprung von 59,5 Sekunden nicht alleine erklären.

Die Sportkommissare hatten allerdings keine Möglichkeit, eine andere Strafe zu verhängen, da sieben Sätze das reglementierte Kontingent von sechs Sätzen eindeutig überschreiten.

Wogegen das Team verstieß

Das Team verstieß damit gegen das DMSB-Musterreifen-Prozedere (Anlage 10 zum Reglement des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring), Kapittel III (Bedingungen) Abschnitt c) („Maximale Anzahl Einzelreifen pro Veranstaltung“).

Hier ist genau festgelegt, wie viele Einzelreifen verwendet werden dürfen. Das sind
– 24 Reifen bei einem 4-Stunden-Rennen
– 32 Reifen bei einem 6-Stunden-Rennen
– 48 Reifen für die beiden Rennen der 24h Qualifiers
– 116 Reifen bei einem 24-Stunden-Rennen

Außerdem sind unter Punkt b) maximal drei verschiedene Spezifikationen pro Reifen zugelassen, gegen diesen Passus hat das Team aber in diesem Fall nicht verstoßen.

Jeder Reifenhersteller muss zudem einen Musterreifen beim Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) hinterlegen, der von jedem anderen Hersteller käuflich erworben werden kann. Das „Musterreifen-Reglement“ ist seit 2017 Standard auf der Nordschleife. (Musterreifen: Was das ist und warum es sie gibt)