
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hat am Samstag die Hauptpreisträgerinnen und Hauptpreisträger des Deutschen Buchhandlungspreises bekannt gegeben. Unter den Ausgezeichneten sind auch zwei Buchhandlungen in Berlin.
Den Titel „Beste Buchhandlung“ erhielt unter anderem der Berliner Buchladen „Prinz Eisenherz“, der 1978 als erster schwuler Buchladen Deutschlands gegründet wurde. Dieser Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.
„Es ist eine Achterbahn der Gefühle“
„Man kann sich nicht so richtig darüber freuen“, sagte Nancy Schmolt, eine der drei Geschäftsführer:innen, auf rbb|24-Anfrage. „Es ist eine Achterbahn der Gefühle, verbunden mit all den Skandalen rund um Herrn Weimer.“
Die Verleihung der Buchhandlungspreise steht seit einigen Tagen deutschlandweit in der Kritik, weil Kulturstaatsminister Weimer drei Buchhandlungen von der Liste der Preisträger genommen hatte. Er begründete das mit „verfassungsschutzrelevanten Erkenntnissen“. Betroffen war auch die linke Buchhandlung „Zur schwankenden Weltkugel“ in Berlin. Die Buchbranche reagierte empört.
Auch Buchhandlung „InterKontinental“ ausgezeichnet
„Wir sind solidarisch mit den drei ausgeschlossenen Buchhandlungen und finden es nicht in Ordnung, wie dort gehandelt worden ist“, so Schmolt zu rbb|24. Die Auszeichnung wolle sie trotzdem annehmen: „Wir versuchen seit 1978, die Literaturlandschaft vielfältig zu halten und setzen uns für die queere Community ein – darum ist es wichtig, dass wir ausgezeichnet werden.“
Als zweiter Berliner Buchladen wurde die InterKontinental-Buchhandlung ausgezeichnet. Sie gewann den Preis als „Besonders herausragende Buchhandlung“, inklusive 15.000 Euro Preisgeld. Angegliedert an diese Buchhandlung ist ein Verlag, der sich auf afrikanische und afrodiasporische Literatur spezialisiert hat.
Sendung: rbb24 Inforadio, 21.03.2026, 17 Uhr