Elversberg. Der DSC Arminia Bielefeld hat ein Spiel verloren. Das ist zunächst in einer Saison als Aufsteiger nichts besonderes, zumal wenn es gegen den vorübergehenden Tabellenführer passiert ist. Doch die 1:3-Niederlage gegen die SV Elversberg hatte eine andere Qualität, denn die Bielefelder konnten bisher immer mit ein wenig Stolz verkünden, dass sie in der Spielzeit noch nie völlig unter die Räder gekommen waren. Das hat sich in einer ganz entscheidenden Phase nun geändert.
Beim Blick auf die Ersatzbank des DSC konnte der Eindruck entstehen, dass Mitch Kniat seine Startelf auch großflächiger hätte umbauen können. Robin Knoche war nach seiner Last-Minute-Verletzung der Vorwoche wieder in den Kader zurückgekehrt. Der Innenverteidiger hockte aber neben den Etablierten Christopher Lannert oder Marius Wörl an der Seitenlinie. Kniat hatte im Vergleich zum Derby gegen Paderborn lediglich einen Tausch vorgenommen. Stefano Russo kehrte zurück. Für ihn blieb Arne Sicker draußen.
Taktisch beließ es der Bielefelder Trainer bei einer Fünferkette. Russo rückte im Spiel gegen den Ball zunächst auf die linke Innenverteidigerposition, überließ Maximilian Großer die zentrale Rolle in der Defensive. Tim Handwerker stand wieder auf der gewohnten Linksverteidigerposition.
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DSC Arminia Bielefeld
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Erster Warnschuss in der 8. Minute
In der 8. Minute ließ Elversbergs Lasse Günther den ersten richtigen Warnschuss ab, nachdem er sich auf halblinker Position gegen Boakye durchgesetzt hatte. Jonas Kersken rettete zur Ecke. Kurz danach mussten die Gastgeber einen Nackenschlag einstecken, weil der in die Startelf gerückte Bambase Conte verletzt ausgewechselt werden musste. Für ihn kam Amara Conde. Keine guten Voraussetzungen für den Aufstiegsaspiranten, der in der Anfangsphase aber bereits deutlich mehr Ballbesitz hatte.
Erst nach 12 Minuten tauchte auch der DSC in der Gefahrenzone auf, nachdem Elversberg einen Einwurf zu Grodowski gebracht hatte. Der spielte quer zu Corboz, der jedoch zentral vor dem Tor den Ball nicht unter Kontrolle bringen konnte.
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Nach einer guten Viertelstunde rettet der Pfosten die Arminia vor einem Rückstand. Lukas Petkov hatte aus dem 16er abgezogen, aber flach nur das Aluminium getroffen. Vorbereitet worden war die Möglichkeit einmal mehr über Elversbergs linke Angriffsseite, wo Boakye immer wieder ins Laufduell gegen Günther gehen musste und oft den Kürzeren zog. Im Gegenzug verpasste Grodowski eine scharfe Hereingabe von Momuluh.
Lange Bälle, um aus der eigenen Hälfte zu kommen
In der 22. hatte Luca Zimmerschied nach einem Lupfer hinter die Kette freie Schussbahn, zog aber knapp am Pfosten vorbei. Um sich vom Dauerdruck der Saarländer zu befreien, brauchten die Bielefelder immer wieder lange Bälle von Keeper Kersken. Doch die Abschläge des Schlussmanns brachten auch keinen Ertrag.
Es passierte, was sich abgezeichnet hatte. Günther brachte den Ball über links zu Zimmerschied, der nach innen gab, wo Schnellbacher zu Petkov weiter spitzelte. Der Elversberger war von Tim Handwerker nicht eng genug markiert, so dass er zum Abschluss kam. Sein Schuss schlug am rechten Pfosten zum 1:0 für die Gastgeber ein. Nach 38 Minuten lag die augenscheinlich überlegenere Mannschaft verdient vorne. Was sich bis zur Pause auch nicht ändern sollte.
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Kniat brauchte in der sich immer weiter verschärfenden Abstiegskrise Offensivpower, denn die Arminia hatte in den ersten 45 Minuten zu wenig Torgefahr produziert. Er brachte nach der Pause Roberts Uldrikis für Grodowski und Jannik Rochelt, einer mit Elversberger Vergangenheit, für Sarenren Bazee.
Rot für Mehlem kurz nach der Pause
Trotz der Umstellung kamen die Schwarz-weißen zu den ersten Möglichkeiten. Und es kam aus Sicht der Gäste noch schlimmer. Nachdem Marvin Mehlem Schnellbacher rüde von den Beinen geholt hatte, sah der Bielefelder die Rote Karte. Fast eine Halbzeit lang standen die Ostwestfalen nun in Unterzahl auf dem Platz.
Die Rote Karte für Marvin Mehlem schwächt Arminia Bielefeld früh.
| © IMAGO/Eibner
Elversberg wusste, was zu tun war. Die ohnehin schon drückend überlegenen Saarländer drängten auf den zweiten Treffer. Vor allem Uldrikis versuchte, vorne für Entlastung zu sorgen, doch der lettische Nationalspieler lief vergeblich den Gegner an.
In der 69. machte Lukas Petkov vor 9.307 Zuschauern vermeintlich den Deckel drauf. Von der rechten Seite schlenzte er den Ball an Rochelt und Momuluh vorbei an den Innenpfosten, von wo aus die Kugel zum 2:0 ins Tor rollte. Vor der mit 1.500 Bielefeldern besetzten Gästetribüne fand auch danach nicht mehr viel statt.
Elversberg gnadenlos
Kniat brachte Lannert für Boakye und den nächsten Ex-Elversberger Arne Sicker für Momuluh. Zwei eher defensiv ausgerichtete Arminen also, was die Elversberger jedoch wenig beeindruckte. Conde zog in der 76. nach einem kleinen Schlenker gegen Bauer aus zentraler Position ab – 3:0.
Dass es tatsächlich noch einmal im Kasten der Hausherren klingeln sollte, hatte – passend zu dem Gesamtauftritt – auch mit Glück zu tun. Lannert zog nach einer Einzelaktion aus 16 Metern ab. Der Ball flog abgefälscht zwischen Pfosten und Torwart zum 1:3 in die Maschen (84.).
