Er soll der deutschsprachigen Manga-Szene mehr Aufmerksamkeit verschaffen: Am Freitag wurde erstmals der neue Tancho Award der Manga Comic Con verliehen. Die Veranstaltung fand im Rahmen der noch bis diesen Sonntag geöffneten Leipziger Buchmesse statt. Zur Manga Comic Con sind auch in diesem Jahr mehrere prominente Zeichnerinnen und Zeichner aus Japan und Taiwan als Ehrengäste angereist.
Mit der neuen Auszeichnung wollen wir den deutschsprachigen Mangaka-Nachwuchs sichtbarer machen und das große Potenzial ehren, das diese Szene hat.
Aus der Begründung zur Einrichtung des Tancho Award der Manga Comic Con
Der Preis soll heimische Manga-Künstlerinnen und -Künstler „auf einer der größten Buchmessen Europas ins Rampenlicht“ rücken, wie es in der Ausschreibung der von der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Leipzig unterstützten Auszeichnung heißt. „Mit der neuen Auszeichnung wollen wir vor allem den deutschsprachigen Mangaka-Nachwuchs zukünftig sichtbarer machen und das große Potenzial ehren, das diese Szene hat.“
Manga – also Comics vorwiegend aus Japan, aber zunehmend auch aus anderen asiatischen Ländern – sind im deutschsprachigen Raum schon länger populär. Sie haben in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche deutschsprachige Künstlerinnen und Künstler zu Comics inspiriert, die zeichnerisch und erzählerisch von fernöstlichen Vorbildern inspiriert sind. In den Bestseller-Listen der Buch- und Mangaläden führen allerdings nach wie vor die ins Deutsche übertragenen ausländischen Titel.
Das Titelbild des dritten Bandes von Sozan Coskuns Manga „Kiela und das letzte Geleit“
© Altraverse
Die mit jeweils 1000 Euro dotierte neue Auszeichnung wird in zwei Kategorien verliehen: Verlagspublikation und Selfpublishing. Die ersten beiden Preisträgerinnen des Tancho Awards wurden am Freitag auf der Großen Bühne in Halle 5 der Messeanlage geehrt: Sozan Coskun, Jahrgang 1996, und Lisa Santrau, Jahrgang 1987, besser bekannt unter ihrem Künstlernamen Lian.
Das Titelbild des dritten Bandes von Lians selbstverlegter Erzählung „Rabenfluch“
© Lisa Santrau
Sozan Coskun widmet sich in ihrem im Hamburger Altraverse-Verlag veröffentlichten Manga „Kiela und das letzte Geleit“ dem Tabuthema Tod. Die Hauptfigur ist eine junge Frau, die versucht, mit ihrem gestorbenen Bruder im Jenseits Kontakt aufzunehmen. Die Kölner Zeichnerin wurde in Leipzig für den kürzlich erschienenen dritten Band ihrer Erzählung ausgezeichnet.
Die studierte Kommunikationsdesignerin hat zuvor unter anderem 2011 den Manga-Talente-Wettbewerb der Leipziger Buchmesse gewonnen und 2013 den dritten Platz des Manga-Wettbewerbs der Deutsch-Japanischen-Gesellschaft in Berlin belegt.
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Die Solingerin Lian wurde für den dritten Band ihrer selbstverlegten Erzählung „Rabenfluch“ ausgezeichnet. Der Fantasy-Manga spielt in einer magischen Welt und zeichnet sich aus durch „liebevoll ausgearbeitete Welten, emotionales Storytelling und eine Kunst, die sowohl in der deutschen als auch in der internationalen Manga-Szene ihren Platz findet“, wie es in der Jury-Würdigung heißt.
Ende Januar waren die sechs Nominierten für die Auszeichnung bekannt gegeben worden. Es waren neben den jetzt Ausgezeichneten zudem Dominik Jell („Crossing Borders“), Gin Zarbo („Das Geheimnis von Screcrow“), Anna Hörner („Carrier of the Mask“) und Melanie Schober („Black & Blue“).