(Motorsport-Total.com) – MotoGP-Weltmeister Marc Marquez hat die Sprint-Premiere in Goiania (Brasilien) gewonnen. Der Ducati-Fahrer holte Fabio Di Giannantonio (VR46-Ducati) ein und nutzte einen kleinen Fehler des Italieners für ein Überholmanöver. Jorge Martin wurde erstmals als Aprilia-Fahrer Dritter.

Titel-Bild zur News: Marc Marquez, Fabio Di Giannantonio

Marc Marquez hat einen kleinen Fehler von Fabio Di Giannantonio ausgenutzt
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Der Sprint musste rund eineinhalb Stunden später als ursprünglich geplant gestartet werden. Am Ende des Qualifyings hatte sich auf der Start-Ziel-Geraden ein Sinkloch gebildet. Es war eine Folge der starken Regenfälle in den vergangenen Wochen.

In relativ kurzer Zeit konnte der Schaden ausgebessert werden. Obwohl es trocken war, drückte immer noch Feuchtigkeit von unten durch den Asphalt. Es gab also immer noch feuchte Stellen, die kaum sichtbar waren und es für die Fahrer knifflig machten. Guten Grip gab es nur auf der Ideallinie.

Beim Start zum Rennen über 15 Runden gewann Di Giannantonio von der Poleposition den Holeshot. Dahinter folgten Marc Marquez, Fabio Quartararo (Yamaha) und Marco Bezzecchi (Aprilia). Fermin Aldeguer (Gresini-Ducati) hatte viel Wheelspin, kam quer und fiel weit zurück.

Quartararo behauptete sich in der Anfangsphase vor Marc Marquez an der zweiten Stelle. Dadurch vergrößerte sich Di Giannantonios Vorsprung an der Spitze. Zu Beginn der dritten Runde zog der Weltmeister auf der Zielgerade an der V4-Yamaha vorbei.

Kurz darauf unterlief Quartararo in Kurve 4 ein Fehler und kam von der Ideallinie ab. Dadurch überholte Bezzecchi und war neuer Dritter. Di Giannantonio führte mit einer knappen Sekunde Vorsprung. Marc Marquez und Bezzecchi kamen zunächst nicht näher.

In der sechsten Runde war plötzlich Martin vor seinem Teamkollegen Bezzecchi Dritter. Die Wiederholung zeigte, dass der Italiener einen Fehler gemacht hatte. An der Spitze kam Marc Marquez ab Runde sechs immer näher an Di Giannantonio heran.

Di Giannantonio macht kleinen, aber entscheidenden Fehler

Bis zur zehnten Runde hatte er den Anschluss geschafft. Drei Runden vor Rennende machte Marc Marquez sein Manöver. Di Giannantonio kam nicht perfekt aus Kurve 12 heraus und die rote Ducati überholte die gelbe.

„Die Bedingungen waren heute etwas anders als am Morgen“, sagt Di Giannantonio, „vor allem in zwei Kurven gab es weniger Grip. Genau dort habe ich zwei Fehler gemacht und damit mein Rennen ein Stück weit ruiniert.“

Di Giannantonio versuchte anschließend auf der Zielgeraden eine Attacke, aber Marc Marquez behielt in der Bremszone zu Kurve 1 die Oberhand. In der letzten Runde machte Di Giannantonio Druck, aber es bot sich keine Gelegenheit für einen Angriff.

„Ich habe die Chance verloren, Marc noch einmal anzugreifen“, ärgert sich der Italiener. Dennoch feiert er sein gutes Rennen: „Trotzdem müssen wir zufrieden sein: Platz zwei, ganz nah dran. Morgen greifen wir wieder an.“

Marquez spricht von wichtigem Sieg

In der letzten Runde fuhren beide mit 1:18.619 Minuten die exakt gleiche Rundenzeit. Mit seinem 16. Sprintsieg egalisierte Marc Marquez die Rekordmarke von Martin, der Dritter wurde. „Das ist ein sehr wichtiger Sieg, wirklich sehr wichtig“, betont der amtierende Weltmeister.

„Vor allem, weil ich in Thailand noch Probleme hatte. Hier habe ich mich schon verbessert, auch wenn ich noch nicht so fahre, wie ich es gerne würde. Aber man muss einfach weiter pushen. Das ist der Schlüssel. Morgen wollen wir wieder kämpfen, auch mit Fabio, der sehr schnell ist.“

Martin erreichte erstmals als Aprilia-Fahrer ein Podest. Auch für ihn war es ein wichtiges und emotionales Ergebnis: „Ich bin einfach unglaublich glücklich. Danke an alle, die mir geholfen haben, wieder hierher zu kommen. Es war ein harter Weg.“

„Vor zweieinhalb Monaten konnte ich nicht einmal essen, meine Freundin musste mich füttern. Und jetzt bin ich hier. Ich hoffe, dass wir uns weiter steigern können.“ Martin hatte seinen Teamkollegen nach dem Überholmanöver das restliche Rennen im Griff.

Acosta sammelt einen WM-Punkt und bleibt WM-Führender

Bezzecchi fuhr nach seinem Fehler als Vierter ins Ziel, gefolgt von Ai Ogura (Trackhouse-Aprilia). Quartararo musste sich nach hinten verteidigen und konnte Platz sechs über die Linie bringen. Damit lag er direkt vor den Ducatis von Alex Marquez (Gresini) und Francesco Bagnaia (zum Ergebnis).

Pedro Acosta (KTM) sammelte als Neunter einen WM-Punkt. Der Spanier überholte einmal Bagnaia für Platz acht, wurde vom Italiener aber gleich wieder zurücküberholt. Trotzdem behielt Acosta die WM-Führung, zwei Punkte vor Bezzecchi und acht vor Martin (zur WM-Wertung).

Rookie Diogo Moreira (LCR-Honda) wurde vor heimischem Publikum Zehnter. Superbike-Weltmeister Toprak Razgatlioglu (Pramac-Yamaha) konnte seinen zwölften Startplatz nicht nutzen. Er fiel früh weit zurück und wurde 18. Schlusslicht war sein Teamkollege Jack Miller.

Drei Fahrer kamen nicht ins Ziel. Joan Mir (Honda) schied in der zweiten Runde durch Sturz aus. In Runde acht stürzte Johann Zarco (LCR-Honda) in Kurve 1. Fünf Runden vor Rennende verabschiedete sich Maverick Vinales (Tech3-KTM) mit einem Sturz im zweiten Sektor.

Der Grand Prix über 31 Runden wird am Sonntag um 15:00 Uhr Ortszeit (19:00 Uhr MEZ) gestartet (zur Startaufstellung).