Bielefeld. Der Schock war groß, als am frühen Freitagmorgen, 16. Januar, ein blutüberströmter Mann vor dem Combi-Supermarkt an der Lohbreite auftauchte und um Hilfe bat. Der 49-Jährige war vor seinem Wohnhaus von Unbekannten angegriffen und mit Stichverletzungen schwer verletzt worden. Die ermittelnde Staatsanwältin Claudia Bosse geht inzwischen von einem versuchten Mord aus.
Trotzdem stecken die Ermittlungen der „Mordkommission Trio“ auch zwei Monate nach der Tat noch fest. Wie Polizeisprecherin Hella Christoph mitteilt, dauern die Ermittlungen weiterhin an. Konkrete Festnahmen habe es bisher nicht gegeben.
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Was war passiert? Das Opfer tritt gegen 7.20 Uhr aus seinem Mehrfamilienhaus an der Straße Auf dem Oberen Esch und geht zu seinem Fahrzeug. Dort warten bereits die Täter und greifen den 49-Jährigen scheinbar zwischen zwei geparkten Autos an. Es kommt zu einer Rangelei, in dessen Folge sich der Angegriffene offenbar aus seiner Falle befreien und flüchten kann. Eine lange Blutspur, die bis zum Supermarktparkplatz an der Lohbreite führt, zeugt von der Flucht des Mannes.
Tatortaufnahme vor dem Combi-Supermarkt an der Lohbreite: Spurensicherer der Polizei nehmen die Blutspur des Opfers auf.
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Bielefelder erleidet mehrere Stichverletzungen
Die Polizei bestätigt inzwischen, dass das Opfer mehrere Stichverletzungen erlitten hat. Lebensgefahr bestand zum Glück nicht. Doch aufgrund der Art des Angriffs und der Art der Verletzungen geht die Staatsanwaltschaft trotzdem von einer Tötungsabsicht der Täter aus. Inzwischen sei der 49-Jährige auf dem Weg der Besserung. Mehr wollten und könnten die Ermittlungsbehörden aber nicht zum Tatgeschehen und den bisherigen Ermittlungsergebnissen sagen. Auch ob es sich um drei oder weniger Angreifer handelte, ist genauso unklar wie vieles andere auch.
Die Polizei hatte nach Bekanntwerden des Messerangriffs eine Großfahndung im Bielefelder Osten ausgelöst – aber keine Tatverdächtigen mehr ausfindig machen können. Die Polizei hatte damals betont, dass für die Bevölkerung keine Gefahr bestanden habe. Kurz gesagt: Der 49-Jährige war kein Zufallsopfer. Zwischen Tätern und Opfer bestand nach Auffassung der Ermittler eine direkte Beziehung. Welcher Art diese Beziehung ist, sagt die Behörde nicht.
Zwischen zwei Fahrzeugen wurde das Opfer angegriffen. Die Kriminaltechnik der Polizei hat bereits mehrere Kampfspuren am Wagen gekennzeichnet.
| © Jens Reichenbach
Sorgerechtsstreit? Die Polizei ermittelt in alle Richtungen
Aus Sicherheitskreisen war damals zu erfahren, dass ein Sorgerechtsstreit möglicherweise Auslöser der Tat gewesen sein könnte. Zu dieser These wollte die Polizei bis heute keine Stellungnahme abgeben. Man ermittle in alle Richtungen, hieß es.

