Polarlichter zählen für viele Menschen zu den faszinierendsten Naturerscheinungen überhaupt. Wer sie einmal am Himmel gesehen hat, vergisst diesen Anblick kaum. Das farbige Leuchten entsteht, wenn geladene Teilchen aus dem All auf die Erdatmosphäre treffen und dabei Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle zum Leuchten bringen.
In den vergangenen Monaten bot sich Beobachtern in Deutschland immer wieder die Gelegenheit, dieses Schauspiel zu erleben (DER WESTEN berichtete). Nun könnten die Chancen erneut steigen – zumindest für dieses Wochenende (20. bis 22. März).
Aktive Sonne schickt Plasmawolken Richtung Erde
Der Grund für die erhöhten Chancen liegt in der aktuellen Aktivität der Sonne. Zu Beginn der Woche hat es eine Sonneneruption gegeben. Die dabei ausgestoßene Plasmawolke steuert nun auf die Erde zu. Tatsächlich handelt es sich sogar um zwei solcher Ströme. Das allein reicht jedoch noch nicht aus. Entscheidend ist auch, wie stark der Sonnenwind tatsächlich ist und wie das Magnetfeld der Erde ausgerichtet ist.
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Rund um die Tagundnachtgleiche ist das Magnetfeld der Erde besonders günstig zum Sonnenwind ausgerichtet. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit von Polarlichtern deutlich. „wetter.com“-Meteorologe Andreas Machalica erklärt den Zusammenhang: „Zur Tag- und Nachtgleiche muss der Sonnenwind gar nicht besonders stark sein, denn das Magnetfeld ist relativ günstig zum Sonnenwind ausgerichtet. Das interagiert besonders gut jetzt gerade zur Tag- und Nachtgleiche – Polarlichter sind dann umso wahrscheinlicher.“
Wetter entscheidet über die Sicht
Ob die Polarlichter tatsächlich sichtbar sind, hängt nicht nur von der Sonnenaktivität ab. Auch das Wetter spielt eine entscheidende Rolle. In der Nacht auf Samstag (21. März) sind die Bedingungen laut Machalica insgesamt nicht besonders gut gewesen. Die besten Chancen auf klaren Himmel bestanden noch im Westen und Südwesten Deutschlands.
Wer in Norddeutschland auf Polarlichter hofft, muss dort häufig mit Nebel und Hochnebel rechnen. Die Nacht auf Sonntag (22. März) bietet im Norden etwas bessere Aussichten. Laut dem Meteorologen klart der Himmel dort häufiger auf.
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Am vielversprechendsten ist die Nacht auf Montag (23. März). Dem Meterologen zufolge bestehen dann „in weiten Teilen Deutschlands Chancen auf klaren Himmel und mit etwas Glück eben auch auf Polarlichter“. Zudem gibt es kein Mondlicht, was für besonders dunkle Bedingungen sorgt.
Norddeutschland hat die besten Karten
Grundsätzlich gilt: Je weiter nördlich der Beobachtungsstandort liegt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, Polarlichter zu sehen. Norddeutschland und der Raum Richtung Skandinavien sind damit klar im Vorteil gegenüber Süddeutschland und den Alpen.
Wer Polarlichter beobachten möchte, sollte die Stadt verlassen und eine möglichst dunkle Umgebung aufsuchen. Wichtig ist ein freier Blick in Richtung Nordhorizont. Polarlichter sind mit bloßem Auge nicht immer gut zu erkennen. Wer eine Kamera zur Hand hat, kann es fotografisch versuchen. Der Experte empfiehlt: „Ein Stativ nehmen, ein paar Sekunden belichten und dann auch den Weitwinkel nehmen. Diese Polarlichter sind ja auch relativ flächig über den Himmel verteilt.“