Bei kühlen sieben Grad fanden sich die Läufer frühmorgens am Borussia-Park ein, um in Gruppen jeweils mit kurzem Abstand die „Megamarsch“-Strecke in Angriff zu nehmen. Schon von weitem konnte man hören: „Seid ihr bereit?“. Fast, als wäre Spieltag im angrenzenden Stadion. Aber es war die Stimme des Moderators am Start, der die Teilnehmer in Stimmung brachte. An verschiedenen Stationen holten die Teilnehmenden ihre Unterlagen ab, konnten sich mit Proviant versorgen und sich auf das kommende Event einstimmen. Zur angegebenen Startzeit ging es dann für die jeweiligen Läufer los: Punkt 7.30 Uhr.
Die Strecke führte in diesem Jahr wieder durch verschiedene Stadtteile von Mönchengladbach. Bis auf wenige Änderungen gegenüber 2025 wurde die Strecke beibehalten: Es ging durch Hehn und Windberg zunächst zur Konzertmuschel, dann über Eicken und Neuwerk zur Trabrennbahn und von dort an der Niers entlang zum Schloss Rheydt. Dort war mit knapp 28 Kilometern über die Hälfte der Strecke geschafft und die letzten 20 Kilometer führten die Wanderer weiter an der Niers entlang, durch Mülfort und Odenkirchen zum Schloss Wickrath und von dort zur letzten Etappe über Rheindahlen zurück zum Borussia-Park.
Jennifer und Christian Stracks waren nicht zum ersten Mal dabei
An der zweiten Verpflegungsstation, der Trabrennbahn, kamen die Wanderer in Gruppen in gutem Tempo an. Die meisten rasteten hier nicht lange, aber die Pause tat gut. Jennifer und Christian Stracks waren nicht zum ersten Mal dabei. Er nahm bereits zum dritten Mal teil, für sie war es der zweite Megamarsch. Was Ihnen gefällt, ist „die Community. Das sind alles Menschen, die einfach Spaß daran haben. Man hilft sich gegenseitig. Letztes Jahr ist einem der Schuh kaputt gegangen, schon nach den ersten fünf Kilometern. Da hatte irgendeiner Panzerband dabei und dann wurde der Schuh geflickt“, sagt er. Persönlich findet Jennifer auch gut, „zu merken, wie weit kann man über seine Grenzen hinausgehen kann, was der Körper alles kann.“ Ziel der beiden ist es, in diesem Jahr auch noch eine 100-Kilometer-Strecke zu gehen.
An der Trabrennbahn wurde auch Musik geboten: Ferdinand Brosch saß am Eingangsbereich und schuf mit seiner Musik eine entspannte Atmosphäre. Das kam auch gut bei den Teilnehmern an. Viele machten sich nach einer kurzen Pause gestärkt auf den Weg zum nächsten Haltepunkt. Dass die Teilnehmer etwas trinken und essen konnten, dafür sorgte der Veranstalter an den Stationen. Gut gelaunt füllten freiwillige Helfer dort Nüsse, Obst und Getränke auf. Immer mit einem freundlichen Wort für die Teilnehmer. An dieser Station halfen zwei Pfadfinderinnen aus Bettrath, Emily Voigtland und Eva Heitzer. Ihr Verein erhält im Gegenzug eine Spende.
Bei Kilometer 28 waren die Wanderer an Schloss Rheydt angekommen
Bei Kilometer 28 bot sich im Innenhof von Schloss Rheydt der Blick auf viele Teilnehmer, die die schöne Atmosphäre genossen und das hier neu hinzugekommene Angebot an Suppe, Cola und Süßigkeiten freudig in Anspruch nahmen. An den Versorgungsständen waren auch hier viele freiwillige Helfer beschäftigt, die meisten gehören dem Specialhockey-Team Mönchengladbach an und auch sie dürfen sich hinterher über eine Spende freuen. „Ohne die externen Helfer wäre so ein Event nicht zu stemmen“, sagte Sathu von den „Megamarsch“-Organisatoren.
Von der bisherigen Strecke erholten sich hier Sonja und Stefan Schaaf aus Erkelenz. Sie gingen zum vierten Mal mit, schätzen die Strecke in Mönchengladbach wegen der Nähe. Sie machten mit, weil sie die sportliche Herausforderung mögen und auch „mal aus dem Alltag abschalten“ können. Beide sind an sich Radrennfahrer, genossen es hier, sich in Ruhe unterhalten zu können. Sonja Schaaf gab fröhlich zu: „Wir trainieren für den Megamarsch null. Von daher sind wir wahrscheinlich morgen auch wieder total kaputt.“
2483 der 2738 gestarteten Läufer kamen ins Ziel
Dass sie es auf jeden Fall bis zum Endpunkt schaffen wollten, stand für beide fest und das Ziel war es, es diesmal unter zehn Stunden zu schaffen. Tatsächlich schafften sie es: Am Borussia-Park feiern die beiden, dass sie die angepeilte Zeit unterboten.
Neben vielen wanderenden Paaren traf man auch größere Gruppen, so die „Eifelschleifen“, die laut Raymund Schmitz im Familienkreis unterwegs waren. Mit einheitlichen Trikots ausgestattet, waren sie schon zum dritten Mal in Mönchengladbach dabei. Sie wollten diesmal den „Lokalmatador“ schaffen. Das ist „eine besondere Ehrung, wenn man zum dritten Mal hier teilnimmt und finished.“
Am Ziel kamen in diesem Jahr schließlich 2483 der 2738 gestarteten Läufer an. Das sind über 90 Prozent. Unter ihnen Tina H. und Markus Weingartz aus Mettmann. Vor ihnen standen zwei Pokale. Tina erhielt Silber für 300, Markus Gold für 600 Kilometer Megamärsche. Beide kommen vom Marathon: „Dann kam uns die Idee: Wenn man Marathon laufen kann, kann man auch 50 Kilometer wandern. Das war dann der Anfang vom Wandern und das Ende vom Laufen.“ Im vergangenen Jahr sind beide sogar einen Megamarsch mit 222 Kilometern gewandert, entlang des Heidschnuckenwegs.
Alle Megamärsche werden in einem Heft mit Aufklebern und Stempeln verewigt und bei diesem Event konnte so manches stark gebrauchte Exemplar bewundert werden.