Städtereise ab Hamburg
Lüneburg ist das bessere Lübeck
22.03.2026 – 16:34 UhrLesedauer: 2 Min.
Lüneburg: Backsteinhäuser mit Treppengiebeln reihen sich in der Hansestadt aneinander. (Quelle: IMAGO/Zoonar.com/Roman Smirnov)
Wer Lüneburg kennt, kommt wieder. Die Salzstadt am Rand der Heide überrascht mit einer der besterhaltenen Altstädte Norddeutschlands.
Lübeck kennt jeder. Holstentor, Marzipan, UNESCO-Welterbe. Doch 80 Kilometer südlich liegt eine Stadt, die vieles besser kann: Lüneburg. Die Häuser stehen schief. Der Boden ist hohl. Ganze Straßenzüge sind abgesackt. Und genau deshalb lohnt sich der Besuch.
Mehr als tausend Jahre lang förderten die Lüneburger Salz aus der Erde. Die Sole machte die Stadt reich, finanzierte prächtige Bürgerhäuser und eines der größten mittelalterlichen Rathäuser Norddeutschlands.
Erst 1980 schloss die letzte Saline. Die Spätfolgen prägen das Stadtbild bis heute: In der Frommestraße, dem „Tor zur Unterwelt“, sackte der Boden besonders dramatisch ab. Manche Häuser neigen sich zur Seite, andere lehnen aneinander.
Der entscheidende Unterschied zu Lübeck: Im Zweite Weltkrieg blieb Lüneburgs Altstadt fast vollständig verschont. Mehr als 1.300 denkmalgeschützte Gebäude stehen noch heute – ein geschlossenes mittelalterliches Ensemble, das in dieser Form selten ist.
Das Zentrum bildet der Platz „Am Sande“ – einer der größten historischen Plätze Norddeutschlands. Backsteinhäuser mit Treppengiebeln reihen sich aneinander, darüber ragt der 108 Meter hohe Turm der Johanniskirche – leicht geneigt, versteht sich.
Vom Wasserviertel am Stintmarkt verschifften die Lüneburger einst ihr Salz nach Lübeck und von dort in den gesamten Ostseeraum. Der historische Holzkran von 1797 steht noch am Ufer der Ilmenau. Heute säumen Restaurants und Kneipen das Flussufer. Zwischen den historischen Fassaden haben sich Boutiquen, vegane Cafés und inhabergeführte Läden angesiedelt.
Und das Beste: Mit dem Metronom dauert die Fahrt vom Hamburger Hauptbahnhof etwa 30 Minuten. Das Deutschlandticket gilt auf dieser Strecke. Mit dem Auto dauert es etwa eine gute halbe Stunde. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen fußläufig beieinander.
