Deutschlands Tierheime stehen weiter unter erheblichem Druck. Kostenpflichtiger Inhalt „Viele Tierheime arbeiten am Rande ihrer Belastungsgrenze“, sagte Lea Schmitz, Sprecherin des Deutschen Tierschutzbundes, unserer Redaktion. Besonders nach Ostern erwarteten die Einrichtungen eine weitere Zuspitzung – vor allem bei Katzen und Kaninchen.

Bisher keine bundesweite Kastrationspflicht

„Im Laufe des Frühlings rechnen wir in den Tierheimen mit einer dramatischen Zunahme an jungen Kätzchen“, sagte Schmitz. Unkastrierte Freigängerkatzen aus Privathaushalten sorgten für ungewollten Nachwuchs, der häufig in den Einrichtungen lande oder gar ausgesetzt werde. Der Großteil der während dieser „Kätzchenschwemme“ aufgenommenen Kitten stamme jedoch von Straßenkatzen, die ursprünglich auf unkastrierte Freigängerkatzen zurückgingen. Straßenkatzen seien scheu, lebten versteckt und seien meist krank und unterernährt. „Viele der im Frühjahr geborenen Kitten versterben elendig, ohne rechtzeitig von Menschen gefunden und im Tierheim aufgepäppelt zu werden“, warnte Schmitz.

Der Deutsche Tierschutzbund forderte eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen aus Privathaushalten. Zudem brauche es mehr finanzielle Unterstützung für Tierschützer, die Straßenkatzen einfangen, versorgen und kastrieren lassen.

Erst denken, dann verschenken

Zusätzliche Belastung drohe rund um das Osterfest. In dieser Zeit steige die Nachfrage nach Kaninchen und anderen Kleintieren deutlich an. Schmitz warnte jedoch davor, echte Tiere als „Osterhasen“ zu verschenken: „Kleine Heimtiere sind anspruchsvoll und ihre Haltung muss gut überlegt sein.“ Die Anschaffung eines Tieres dürfe nicht leichtfertig erfolgen, vielmehr sei es entscheidend, sich vorab umfassend über Bedürfnisse und artgerechte Haltung zu informieren.

Kostenpflichtiger Inhalt Wie angespannt die Lage ist, zeigt eine Trendumfrage des Deutschen Tierschutzbundes in Zusammenarbeit mit Fressnapf: 2024 hatten demnach nur 18 Prozent der Tierheime freie Kapazitäten. 82 Prozent berichten zudem, dass die Zahl der betreuten Tiere seit dem Abklingen der Corona-Pandemie gestiegen sei.