Laufleiterin Stefanie Nunn ist seit 2018 dabei und muss den Überblick behalten: „Ich habe die Organisation und die Verantwortung am Standort“, sagt sie. Entscheidend sei für sie die Offenheit des Angebots: „Man kann versuchen, den Streckenrekord zu brechen. Man darf aber auch gern einfach in Ruhe spazieren und eine Stunde dafür brauchen. Das ist beides vollkommen in Ordnung.“
Bei (fast) jedem Wetter
Die Zahl der Teilnehmenden schwankt laut Laufleiterin Steffi mit den Jahreszeiten. Im Frühjahr und Sommer kämen im Schnitt 50 bis 80 Teilnehmende, im Winter seien es dagegen 20 bis maximal 50 Läufer. Trotzdem fällt der Parkrun kaum je aus, berichtet sie stolz: Nur bei Sturm oder Glatteis werde abgesagt, ansonsten treffe man sich auch in der kalten Jahreszeit in dem Park im Südwesten der Stadt, der auch Küchenholz genannt wird.
Gibt es noch solche Läufe in der Nähe?
Der Leipziger Parkrun verläuft durch ein Naturschutzgebiet, weshalb die Stadt eine Obergrenze von 100 Teilnehmenden pro Veranstaltung festgelegt hat, berichtet die Laufleiterin. Deshalb machen die Ehrenamtler auch nicht allzuviel Werbung. „Wir schauen da ein bisschen drauf, aber es ist jetzt eigentlich eine schöne Größe für uns“, sagt sie weiter.
Das Event ist Teil eines größeren Netzwerks: In Sachsen gibt es weitere regelmäßige Läufe in Chemnitz im Stadtpark, wo bereits mehr als 70 Veranstaltungen stattfanden, sowie in Dresden im Prießnitzgrund mit inzwischen knapp 190 Durchführungen. Auch im polnischen Zgorzelec wird im Park Nadnyski ein wöchentlicher Parkrun angeboten.
Warum gerade der Parkrun?
Für viele ist die soziale Komponente ein wichtiger Grund, mitzumachen. Teilnehmerin und ehemalige Standortleiterin Daniela Morgenstern hebt besonders das Gemeinschaftliche hervor: „Dass du einfach herkommen kannst und egal an welchem Standort, ob du hier bist, ob du in irgendeiner anderen Stadt, in einem anderen Land bist, hast immer sofort Anschluss an Leute, die gleichgesinnt sind.“
Sie selbst sieht sich nicht als Wettkampfläuferin, sondern nutzt den Lauf, um sich fit zu halten. Ihre fünfjährige Hündin ist oft mit dabei, auch das für Daniela ein Pluspunkt, denn bei anderen Läufen sind häufig Hunde oder Buggys für kleine Kinder nicht erlaubt.
Anschluss im Ausland finden
Auch Helfer Ralph Jakobs beschreibt den Parkrun als internationales Netzwerk, das verbindet. Der ambitionierte Läufer ist auch regelmäßig selbst am Start. Für ihn ist das Engagement selbstverständlich: „So ist es eigentlich ein Geben und Nehmen, dass man da eine gesunde Balance findet“, sagt er.
Der Parkrun habe ihm schon weltweit Begegnungen ermöglicht – und sogar Freundschaften gebracht, ob in Leipzig, Kalifornien oder Neuseeland.
So finden Laufbegeisterte jeden Samstag mehr als eine Zeitmessung auf fünf Kilometer, sondern auch Gemeinschaft und Motivation für die kommende Sportsaison.
Schnapszahl-Alarm!
Am Samstag, 28. März 2026, findet der Leipziger Parkrun im Küchenholz zum 333. Mal statt. Man muss sich nur vorher registrieren. Wer das erste Mal mitmacht, sollte spätestens 8:45 Uhr da sein.