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Uns auf Google folgenAutofahrer fährt spritsparend auf der Autobahn, Aufnahme von der Rückbank. Im Display sind niedrige Verbrauchswerte zu sehen, Verbrauch ist im grünen Bereich. Radio und andere Anzeigen sichtbar. Kein Fahrzeuglogo.Autofahrer können mit wenigen Tricks den Spritverbrauch senken. © KI-Bild: Florian Forth/RUHR24

Beim Blick auf die Spritpreise trifft viele Autofahrer aktuell der Schlag. Wer auf der Autobahn etwas den Fuß vom Gas nimmt, spart hunderte Euro im Jahr.

Dortmund – Bei Preisen um die zwei Euro pro Liter müssen Autofahrer an der Tankstelle derzeit tief in die Tasche greifen. Grund ist der Nahost-Konflikt: Der Iran kontrolliert die Straße von Hormus, durch die rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls verschifft werden. Das führt zu Engpässen und treibt die Spritpreise in die Höhe. Mit einem einfachen Trick lässt sich das Geld aber fast wieder einsparen. RUHR24 hat nachgerechnet.

Spritverbrauch senken mit „Sweetspot-Methode“: Autofahrer sparen Hunderte Euro

Das Navi sagt: Ankunft in drei Stunden. Das Portemonnaie sagt: Bitte langsamer fahren. Und wer beides ernst nimmt, wird mit einer simplen Erkenntnis belohnt: Schon ein paar Kilometer pro Stunde weniger auf der Autobahn können am Ende des Jahres mehrere Hundert Euro Unterschied machen. Und das bei einem Zeitverlust, der sich im Alltag kaum bemerkbar macht.

Viele Autofahrer haben ein Gespür dafür: Irgendwo zwischen 110 und 120 km/h fährt sich das Auto am effizientesten. Man kommt zügig voran, aber der Verbrauch geht noch nicht durch die Decke. Dieses Gefühl täuscht nicht. Wer die Verbrauchswerte eines typischen Mittelklassewagens durchrechnet, stellt fest: Bei diesem Tempo ist das Verhältnis aus Geschwindigkeit und Verbrauch am ausgewogensten. Hier liegt also der „Sweetspot“, das Optimum aus Kosten und Nutzen.

ADAC: „Wer sparen will, muss seine Geschwindigkeit anpassen“

Der ADAC Hessen-Thüringen bestätigt das Grundprinzip: Je schneller ein Fahrzeug unterwegs ist, desto höher wird der Luftwiderstand. Dieser treibt wiederum den Verbrauch überproportional in die Höhe. Wer mit 120 statt 100 km/h fährt, verbraucht laut ADAC rund 15 Prozent mehr Kraftstoff. Bei 160 km/h strömen bereits fast 50 Prozent mehr Sprit durch die Leitungen, als bei Tempo 100.

Wer sparen will, muss seine Geschwindigkeit anpassen. Je schneller ein Fahrzeug unterwegs ist, desto höher wird der Luftwiderstand. Das wiederum treibt den Treibstoffverbrauch hoch.

25 Kilometer pro Stunde weniger sparen 360 Euro pro Jahr

Konkret wird die „Sweetspot“-Methode bei einem Blick auf echte Zahlen. Wer auf der Autobahn regelmäßig Tempo 140 fährt, verbraucht rund 8 Liter auf 100 Kilometer. Bei jährlich 10.000 Kilometern und einem Spritpreis von 1,80 Euro pro Liter macht das unterm Strich rund 1.440 Euro fürs Tanken.

Wer dagegen konsequent mit Tempo 115 unterwegs ist – dem rechnerischen Sweetspot aus Zeitersparnis und Verbrauch – der kommt mit knapp 6 Litern aus. Das macht 1.080 Euro pro Jahr. Die Ersparnis: 360 Euro – und 200 Liter weniger Sprit.

60 3,60 90 4,70 100 5,25 110 5,75 120 6,50 130 7,00 150 8,75 180 12,00

Das bedeutet nicht, durchgehend exakt 115 km/h zu fahren. Bevor man einen Lastwagen überholt, sollte man etwas beschleunigen und den Verkehr auf der linken Spur im Auge behalten. Anschließend lässt man die Geschwindigkeit wieder auf 115 Kilometer pro Stunde sinken. Insbesondere starkes Bremsen und Gas geben sollte man vermeiden.

Spritsparend fahren: Zeitverlust ist eher gering

Klingt so, als bräuchten sparsame Autofahrer viel Geduld, oder? Nicht wirklich. Denn der Zeitverlust auf einer typischen 200-Kilometer-Fahrt beträgt gerade einmal 18 Minuten. Aufs ganze Jahr gerechnet summiert sich das auf etwa 15,5 Stunden. Was nach viel klingt, ist auf einzelne Fahrten verteilt kaum spürbar. Zudem spart man sich durch die spritsparende Fahrweise manchen Stopp an der Tankstelle.

Anders gesagt: Wer auf Tempo 140 besteht, zahlt für jede eingesparte Stunde Reisezeit rechnerisch rund 21 Euro drauf. Wer sogar mit 150 km/h brettern will, zahlt 73 Euro pro eingesparter Stunde.

„Sweetspot“ bei verschiedenen Autos

Der hier genannte „Sweetspot“ ist kein fester Wert und unterscheidet sich von Auto zu Auto. Je nach Motorleistung, Getriebe, Fahrweise, Reifenbreite sowie Gewicht und Größe des Autos kann er teils deutlich variieren. Beispiel: Ein älterer, leichter Kleinwagen mit schmalen Reifen kann auf der Autobahn bei gleichem Tempo trotzdem mehr Kraftstoff verbrauchen, als ein großer Hybrid-SUV mit Rekuperation und 7 Gängen. Er muss dann vergleichsweise langsamer fahren, als das moderne Fahrzeug. Der Wert ist übrigens auch für Elektrofahrzeuge anwendbar.

Noch mehr sparen: Was jenseits der Geschwindigkeit hilft

Wer seinen Spritverbrauch auch im Stadtverkehr dauerhaft senken will, muss aber nicht nur aufs Tempo achten. Der ADAC Hessen-Thüringen hat weitere Tipps zusammengestellt:

  • Früh hochschalten, niedrig drehen: Hochtouriges Fahren über 2.000 Umdrehungen pro Minute treibt den Verbrauch hoch. Wer frühzeitig in den nächsten Gang wechselt und auf niedrigen Drehzahlen bleibt, spart spürbar. Zurückschalten ist erst nötig, wenn der Motor ruckelt.
  • Vorausschauend fahren: Wer früh bremst und die Motorbremse nutzt, spart doppelt: Die Kraftstoffzufuhr wird beim Ausrollen komplett unterbrochen. Tempomat nutzen, wo immer es geht – konstante Geschwindigkeit ist effizienter als ständiges Beschleunigen.
  • Elektrische Verbraucher reduzieren: Klimaanlage, Sitzheizung, Heckscheibenheizung – all das kostet Sprit. Was nicht gebraucht wird, einfach abschalten. Aber: An Beleuchtung und Scheibenwischer natürlich nie sparen.
  • Reifendruck regelmäßig prüfen: Schon 0,3 Bar zu wenig erhöhen den Rollwiderstand und damit den Verbrauch. Bei voll beladenem Auto muss der Luftdruck an das Gewicht angepasst werden – das gilt besonders bei der Urlaubsfahrt mit Dachbox.
  • Gepäck und Anhänger abbauen: Dachträger und Fahrradhalter sollten nach der Fahrt abgebaut werden. 100 Kilogramm Zusatzlast bedeuten bis zu 0,3 Liter Mehrverbrauch auf 100 Kilometern. Das macht sich besonders im Stadtverkehr bemerkbar.
  • Regelmäßige Wartung: Ölwechsel mit Leichtlauföl, sauberer Luftfilter, gepflegte Bremsen – ein gut gewartetes Auto verbraucht schlicht weniger als eines, bei dem alles ein bisschen hakelig läuft.

Oekonomisches Fahren laesst bis zu 25 Prozent Sprit sparen. Display-Anzeige, Sprit- bzw Treibstoff-VerbrauchModerne Fahrzeuge kommen auf langen Strecken auf einen Verbrauch unter 5 Litern. © Manfred Segerer/ImagoFazit: Das Gaspedal ist teurer als gedacht

Die „Sweetspot“-Methode ist simpel, aber eindrucksvoll: Wer auf der Autobahn nicht um jeden Kilometer pro Stunde kämpft, sondern entspannt im Bereich von 110 bis 120 km/h fährt, zahlt pro Jahr eine mittlere dreistellige Summe weniger. Und kommt trotzdem nur etwas später ans Ziel. 18 Minuten auf 200 Kilometer gerechnet, das entspricht in etwa einer Kaffeepause.

Wer das noch mit vorausschauendem Fahren, dem richtigen Reifendruck und einer abgeschalteten Klimaanlage kombiniert, spart am Ende vielleicht sogar genug Geld, um dafür ein Wochenende lang zu verreisen. Dann vielleicht auch ganz ohne Autobahn.