Kostenpflichtiger Inhalt Bezirkspräses Johannes van der Vorst eröffnete die Eucharistiefeier in der Pfarrkirche St. Mariae Heimsuchung mit einem kleinen Geständnis. Er bekomme ein wenig schlecht Luft, bekannte der fast 96-Jährige. Und doch mochte der Geistliche seine Schützen während der Messe am Ende der Schützenwallfahrt zum Marienheiligtum offenbar nicht allein lassen.

Er zelebrierte die Pilgermesse gemeinsam mitKostenpflichtiger Inhalt Pfarrer Manfred Riethdorf und Diakon Norbert Häusler. Denn gerade die Nachtwallfahrt soll seitens der Schützen aus Stadt und Land ein Zeichen des Zusammenhalts setzen. Das diesjährige Leitwort „Seid eines Sinnes untereinander“ betonte die Sehnsucht nach Zusammenhalt in Familie, Kirche und Gesellschaft.

Zahlreiche Schützen hatten sich an der griechisch-orthodoxen Kirche in Speick für den Betgang auf den Weg gemacht. „Es ist schon cool, mitzugehen und die Gebete zu sprechen“, sagte der 14-jährige Elias Hillekamp aus Venn nach der Ankunft an der Hehner Kirche. Hier wurde die Pilgergruppe mit großem Glockengeläut empfangen. Ein Giesenkirchener trug die Fahne des Schützenvereins 1958 Tackhütte St. Mariä Himmelfahrt. Seinen Namen mochte der Pilger nicht nennen, doch er betonte den Wert des Gemeinschaftsgefühls als wesentlichen Antrieb für die Teilnahme. Es sei ihm wichtig, so Glauben und Zusammenhalt zu dokumentieren, betonte der Schütze.

„Für mich bedeutet die Nachtwallfahrt auch, zu sich zu kommen und nachzudenken“, sagte Denis Lehmann aus Wickrath-Hahn. Dessen Sohn, Bezirkskönig Rico Lehmann, sah es ähnlich. Auf dem Weg habe er auch um den Erhalt der Gesundheit gebetet, sagte der junge Mann. Im Verweis auf das gewählte Leitmotiv, einen Vers aus dem Römerbrief, betonte Schützenchef Horst Thoren, früher stellvertretender Chefredakteur der Rheinischen Post, während der Messe: „Auch die Urchristen waren sich nicht immer einig“. Streit gebe es nicht nur in der großen Politik und zum Beispiel bei Fragen um den Nahen Osten. Wichtig sei ein vernünftiger Umgang im Miteinander allgemein, betonte Thoren.

Diakon Norbert Häusler wählte für die Predigt die Erfahrungen einer Busfahrt zum Fußballspiel im Borussen Stadion als anschauliches Bild von Menschen, die im Wunsch auf einen Sieg „eines Sinnes“ unterwegs sind. „Warum musste Paulus in seiner Missionstätigkeit für Christus Briefe schreiben?“, fragte er rhetorisch, um die Antwort zu geben: „Von Anfang an war Palaver. Konflikte gehören dazu. Aber wenn wir eines Sinnes sind, gehen sie anders aus“. Die hundertprozentige Erfüllung von Visionen sei Gott vorbehalten, doch es sei an den Christen, an der Vollendung mitzuarbeiten, so der Diakon. Die „Hehner Musikanten“ begleiteten den Gemeindegesang.