Das Kurssystem in der Oberstufe ist für viele Schülerinnen und Schüler eine Herausforderung. Foto: Peter Atkins – stock.adobe.com
Künstliche Intelligenz und Achtsamkeitstraining sollen Jugendlichen helfen, sich strukturierter und mit weniger Druck auf das Abitur vorzubereiten. Was genau steckt dahinter?
Das Kolping-Gymnasium will mit seinem Konzept „Abi ohne Stress“ junge Menschen und deren Eltern von sich überzeugen. „Wir haben keinen Mangel an Schülerinnen und Schülern“, betont Markus Schwaigkofler. Der Vorstand des Kolping-Bildungswerks ergänzt: „Als Privatschule sehen wir unsere Aufgabe darin, Innovationstreiber zu sein.“
Das einzügige Gymnasium im Zentrum Stuttgarts ist noch relativ neu. Die ältesten Schülerinnen und Schüler dort besuchen aktuell die zehnte Klasse. Da es seit jeher ein G9-Gymnasium ist, kommen die Jugendlichen erst im kommenden Schuljahr in die Oberstufe, ihren Abschluss machen sie nach der 13. Klasse.
Kick-Off-Phase in Klasse 11
Doch das Kolping-Bildungswerk ist bundesweit aktiv und hat daher Erfahrung mit den Vorbereitungen fürs Abitur. Dabei falle immer wieder auf, dass der Wechsel ins Kurssystem für viele Schülerinnen und Schüler eine große Herausforderung sei. „Der Klassenverband löst sich auf und die Jugendlichen müssen viel selbstständiger arbeiten“, nennt Markus Schwaigkofler zwei Gründe. Gleichzeitig sei es wichtig, von Anfang an konzentriert zu arbeiten, weil ab Beginn des Kurssystems so gut wie jeder Leistungsnachweis in die Abiturnote eingehe. Um zentrale Elemente des Kurssystems vorab einzuüben, sieht das Konzept des Kolping-Gymnasiums eine Kick-Off-Phase in Klasse 11 vor.
Ein weiterer zentraler Baustein ist die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI). Mit Hilfe einer eigenen Intelligenten Lernplattform sollen Lehrkräfte ihren Unterricht besser an den Bedürfnissen der einzelnen Schülerinnen und Schüler ausrichten und passgenaue Aufgaben formulieren. Gleichzeitig können die Jugendlichen dank KI schnell Feedback zu ihren Übungen erhalten.
Nichts gehe ohne Lehrkräfte, betont Markus Schwaigkofler. Aber die KI könne Lehrende in bestimmten Bereichen entlasten, sodass diese wieder mehr Zeit für die wichtige Beziehungsarbeit mit den Lernenden haben. Sie sollen nicht nur Wissensvermittler sein, sondern Lernbegleiter. Zusätzlich gibt es ein Coaching.
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Zum Konzept gehört außerdem, dass die Jugendlichen eine feste und damit planbare Wochenstruktur haben – mit Lernblöcken und Pausen zur Regeneration. Das bedeutet einerseits, dass das Lernen fast vollständig in der Schule stattfinden soll, andererseits, dass Techniken zum Stressmanagement, Achtsamkeits- und Resilienztraining feste Bestandteile des Stundenplans sind.
Das Kolping-Gymnasium Stuttgart startet zum Schuljahr 2026/27 in der elften Klasse mit seinem neuen Konzept. Weitere Infos stehen im Internet unter www.abi-ohne-stress.de. Dort können sich Interessierte auch für den Elternabend am 13. April anmelden.