08:01 UhrÖlpreis von 150 Dollar ist möglich
Die Ölpreise zeigen sich unruhig. Die Sorte Brent verbilligt sich um 0,2 Prozent auf 111,90 Dollar je Barrel, notiert auf Monatssicht jedoch immer noch 55 Prozent im Plus. „Der Krieg könnte noch viele Wochen andauern und den Ölpreis auf 150 Dollar pro Barrel treiben“, sagt Shane Oliver, Anlagestratege beim Fondsmanager AMP.
07:44 UhrNeue Verkaufswelle zeichnet sich ab
Europas Börsen dürften auf das Ultimatum von US-Präsident Donald Trump an den Iran mit einer neuen Verkaufswelle reagieren. Trump hat dem Land bis Montagabend Zeit gegeben, um die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Andernfalls werde man iranische Energieinfrastruktur angreifen. Der Iran hat für einen solchen Fall bereits Vergeltung angekündigt. Derweil hat Israel seine Angriffe auf Teheran intensiviert. Der Iran hatte am Wochenende zwei israelische Städte in der Nähe der israelischen Nuklearanlagen bei Dimona mit Raketen beschossen. Dabei wurden rund 200 Menschen verletzt.
Brent notiert am Morgen wenig verändert bei 112 Dollar das Barrel, und damit nur leicht unter den Höchstständen von knapp 120 Dollar seit Ausbruch des Krieges im Nahen Osten. Ohne die Freigabe der strategischen Ölreserven würde der Ölpreis vermutlich noch wesentlich höher liegen. Zunehmend setzt sich am Markt die Meinung durch, dass der Konflikt länger andauern dürfte. Damit stiegen auch die Stagflationsrisiken. In einem solchen Fall wären den Zentralbanken weitgehend die Hände gebunden. Mit dem großen Verfall am vergangenen Freitag müssen sich die Börsen nun neu orientieren.
07:29 Uhr“Unattraktiv“: Goldpreis gibt spürbar nach
Der Goldpreis setzt seine kräftigen Abgaben fort. Die Feinunze reduziert sich um weitere 3,0 Prozent auf 4354 Dollar. Das Edelmetall hatte in der Vorwoche den höchsten Wochenverlust seit sechs Jahren verzeichnet. Der feste Dollar und gestiegene Marktzinsen machen das Edelmetall unattraktiv, heißt es.
07:12 UhrGoldman Sachs hebt Ölpreis-Prognose deutlich an
Goldman Sachs hat seine Prognose für den durchschnittlichen Preis der Rohölsorte Brent im Jahr 2026 auf 85 von 77 Dollar je Barrel angehoben. Für die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) werde nun ein Preis von 79 statt 72 Dollar erwartet, teilte die US-Investmentbank mit. Als Grund nannte die Bank die Unsicherheit über die Dauer der Krise im Nahen Osten. Sollten die Lieferungen durch die Straße von Hormus bis zum 10. April bei nur fünf Prozent des üblichen Volumens liegen, dürften die Preise in diesem Zeitraum tendenziell steigen, hieß es in einer Mitteilung. Dies werde anhalten, bis der Markt nicht mehr von einer längeren Unterbrechung ausgeht.
06:54 UhrKurseinbrüche an Asien-Börsen
Die Eskalation im Nahost-Konflikt schickt die Börsen in Asien auf Talfahrt, während die Renditen von US-Staatsanleihen auf ein Achtmonatshoch klettern. Grund sind neue Drohungen zwischen den USA und dem Iran sowie die Aussicht auf wochenlange Kämpfe in Israel. Der Iran hatte gedroht, die Energie- und Wassersysteme seiner Nachbarn am Golf anzugreifen, falls US-Präsident Donald Trump seine Drohung wahr mache, binnen 48 Stunden das iranische Stromnetz lahmzulegen. Trump setzte dem Iran seinerseits eine Frist von 48 Stunden, um die strategisch wichtige Straße von Hormus zu öffnen.
Der japanische Nikkei-Index fällt 3,9 Prozent, der südkoreanische Markt gibt um 4,5 Prozent nach. Für Europa deuten die Terminkontrakte auf den EuroStoxx 50 und den Dax ebenfalls auf Verluste von jeweils 1,2 Prozent hin.
Der Inflationsschub durch die steigenden Energiepreise hat die Hoffnung der Märkte auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik zunichtegemacht. Stattdessen werden nun Zinserhöhungen in den meisten Industrieländern eingepreist. Dies treibt die Anleiherenditen in die Höhe. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichen mit 4,4110 Prozent ein Achtmonatshoch. Sie liegen damit 44 Basispunkte höher als zu Beginn des Krieges vor vier Wochen.
06:35 UhrEntwicklung des Dollar im Fokus
Von der erhöhten Volatilität an den Märkten profitiert der US-Dollar, der als sicherer Hafen gilt. Die USA sind zudem Netto-Energieexporteur, was ihnen einen relativen Vorteil gegenüber Europa und einem Großteil Asiens verschafft. Der Euro gibt leicht auf 1,1555 Dollar nach. Der Dollar notiert gegenüber dem Yen unverändert bei 159,15 und damit nur knapp unter einem 20-Monatshoch.
06:19 UhrKommt das Verbrenner-Aus schon 2030?
Der Bundesgerichtshof (BGH) entscheidet heute über zwei Klimaklagen gegen BMW und Mercedes-Benz. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) will, dass das Gericht den Autobauern untersagt, ab November 2030 Neuwagen mit klimaschädlichen Verbrennungsmotoren zu verkaufen. Im Kern geht es um die Frage, ob Unternehmen auch abseits staatlicher Vorschriften zu solchen Maßnahmen verpflichtet werden können.
Die drei klagenden DUH-Geschäftsführer berufen sich auf ihr im Grundgesetz verankertes, allgemeines Persönlichkeitsrecht. Dadurch, dass BMW und Mercedes einen zu großen Teil des globalen und nationalen CO2-Budgets aufbrauchten, werde der politische Handlungsspielraum beschränkt, sagen sie. So würden später weitreichende Maßnahmen zur CO2-Reduktion notwendig, die wiederum ihre Freiheitsrechte einschränkten.
Die Argumentation basiert auf dem berühmten Klimaschutz-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2021. Das Gericht hatte damals vom Gesetzgeber Nachbesserungen beim Klimaschutzgesetz gefordert. Die zum Teil noch sehr jungen Klägerinnen und Kläger würden durch die Regelungen in ihren Freiheitsrechten verletzt, hieß es. Denn: „Die Vorschriften verschieben hohe Emissionsminderungslasten unumkehrbar auf Zeiträume nach 2030.“
06:00 UhrIm Würgegriff des Iran-Kriegs
Der Krieg im Nahen Osten wird Börsianern zufolge auch in dieser Woche die Richtung am deutschen Aktienmarkt vorgeben. Anleger stellen sich die bange Frage, wie stark die Energiepreise noch steigen und wie sehr die Weltwirtschaft davon betroffen sein wird. Zuletzt eskalierte die Lage mit der Beschädigung von Energieinfrastruktur sowohl im Iran als auch in Katar und Kuwait. Auch die für den Ölhandel relevante Meerenge von Hormus ist für Schiffe weiterhin unpassierbar. „Das Risiko einer Energiekrise – ähnlich wie nach der Ukraine-Invasion im Jahr 2022 – ist damit gewachsen“, sagen die Strategen der LBBW. Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, warnte sogar vor der möglicherweise schwersten Energiekrise der Geschichte. Es könne bis zu sechs Monate dauern, die Öl- und Gasflüsse aus der Golfregion wiederherzustellen. Rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasversorgung sei in der Region blockiert. Politiker und Märkte unterschätzten das Ausmaß der Störung, erklärte Birol.
Händler müssen ein höheres Risiko einer anhaltenden Unterbrechung der Ölversorgung aus dem Persischen Golf einkalkulieren. Seit Beginn des Krieges vor knapp drei Wochen ist der Preis für das Nordsee-Öl Brent wegen der Furcht vor langfristigen Versorgungsengpässen um gut 64 Prozent in die Höhe geschnellt. Je teurer das Öl, desto tiefer fielen in den vergangenen Tagen die Aktienkurse. Der Dax gab allein am Freitag 2,0 Prozent ab und schloss mit 22.380 Punkten sehr deutlich unter der 23.000er-Marke.
Der Dax-Ausverkauf hielt sich nach Einschätzung der Helaba dennoch in Grenzen, denn die Kursrückgänge hätten zwischenzeitlich auch wieder Käufer angelockt. „Offensichtlich gibt es noch Investoren, die dieses Niveau eher als Kaufopportunität bewerten“, sagt Helaba-Strategin Claudia Windt. Die Stimmung der Anleger sei eher sorglos als panisch, heißt es auch bei der LBBW. Für die Aktienstrategen der DZ Bank würde ein dauerhaft hoher Ölpreis die Rahmenbedingungen für die Aktienmärkte weltweit zwar merklich eintrüben. Es bestehe aber die Chance, dass der Konflikt auf absehbare Zeit schon wieder vergessen sei. Bislang überwiege weiterhin die Perspektive, dass weder die USA noch der Iran ein Interesse daran haben dürften, wenn die Öl- und Gasproduktion militärisch stärker ins Visier genommen würde.
Die LBBW-Experten warnen indes vor der Annahme, dass der Spuk an den Finanzmärkten schnell wieder vorbei sein könnte. Historische Vergleiche zeigten, dass Börsenkorrekturen bei Terror- und Kriegsereignissen zumeist einige Monate andauern, ehe eine Erholung einsetzt. „Die Volatilität dürfte hoch bleiben, eine defensive Positionierung ist weiterhin angebracht.“
Das Augenmerk der Investoren liegt auf der Konjunkturentwicklung: In dieser Berichtswoche stehen morgen die deutschen Einkaufsmanagerindizes und am Mittwoch das iFO-Geschäftsklima auf dem Programm. Der heutige Wochenstart geht terminlich ruhig vonstatten.
Die komplette Wirtschaftsterminübersicht für diese Woche finden Sie hier.