
Steigende Kerosinpreise zwingen THAI zu höheren Ticketpreisen, Foto: epa/Rungroj Yongrit
BANGKOK: Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten führt bei der Thai Airways International (THAI) zu deutlich steigenden Betriebskosten. Nach Angaben von Unternehmenschef Chai Eamsiri hat sich der Preis für Kerosin von zuvor rund 80 US-Dollar pro Barrel auf aktuell etwa 220 US-Dollar erhöht und könnte im ungünstigsten Fall bis auf 240 US-Dollar steigen, sollte sich die Lage bis Ende Mai weiter verschärfen. Um die Mehrkosten aufzufangen, sieht sich die nationale Fluggesellschaft gezwungen, die durchschnittlichen Ticketpreise um etwa 10 bis 15 Prozent anzuheben.
Das Unternehmen betont, dass es sich dabei nicht um opportunistische Preisanpassungen handelt, sondern um eine notwendige Anpassung zur Deckung der Mehrkosten und zur Aufrechterhaltung des Flugbetriebs. Zwar hat THAI rund die Hälfte ihres Treibstoffbedarfs bis Juni abgesichert, eine Ausweitung dieser Absicherung gilt angesichts des bereits hohen Preisniveaus jedoch als riskant.
Nachfrage vor Songkran spürbar schwächer
Die gestiegenen Kosten wirken sich zudem auf die Nachfrage aus. Insbesondere bei Langstreckenflügen nach Europa und Australien zeigen sich im Vorfeld des Songkran-Festes schwächere Buchungszahlen als im Vorjahr. Stornierungen im größeren Umfang bleiben bislang aus, allerdings zögern viele Reisende ihre Buchungsentscheidungen hinaus.
THAI steuert Preise und plant Zuschläge
Zur Steuerung der Entwicklung setzt die Fluggesellschaft verstärkt auf dynamische Preisgestaltung, indem günstige Tarifkontingente begrenzt und Durchschnittspreise an die Marktlage angepasst werden. Parallel bereitet THAI einen Antrag bei der Civil Aviation Authority of Thailand vor, um höhere Treibstoffzuschläge einführen zu können.
Einsparungen sollen Liquidität sichern
Für den Fall einer länger anhaltenden Krise werden zudem Einsparmaßnahmen geprüft. Nicht zwingend erforderliche Investitionen könnten verschoben oder gestrichen werden, um die Liquidität zu sichern. Strategisch wichtige Projekte bleiben jedoch bestehen. Dazu zählen neue Flugverbindungen nach Amsterdam und China, geplante Flugzeugauslieferungen sowie Investitionen in das Wartungszentrum des Unternehmens.
Staatliche Unterstützung steht für THAI derzeit nicht im Vordergrund. Vielmehr betont das Management die Notwendigkeit, die Krise aus eigener Kraft zu bewältigen.

