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Krisen-Klub Köln nach dem Kwasniok-Knall. Einen Tag nach der Freistellung von Ex-Coach Lukas Kwasniok (44) übernimmt Co-Trainer René Wagner (37) am Montag die Chef-Rolle und leitet sein erstes Training. Der FC setzt damit auf einen möglichst geräuschlosen und billigen Weg. Fakt ist aber schon jetzt: Kult-Coach Friedhelm Funkel (72) bleibt Kölns Notfall-Plan!
Sportboss Thomas Kessler (40) hat seinen letzten Retter-Joker ganz bewusst noch nicht jetzt gezogen. Die Auftritte der Mannschaft in den letzten Absturz-Spielen waren – abgesehen von den Ergebnissen – zu gut, um alles auf links zu drehen. Das Verhältnis zwischen Wagner und den Spielern ist zudem hervoragend und zu guter Letzt hat Kessler den einstigen Assistenten von Ex-Coach Steffen Baumgart (53/Union) im Sommer genau für diese Krisen-Situation zurückgeholt und wusste immer: Wenn Kwasniok scheitert, kann Wagner Köln übernehmen.
Kessler glaubt an Wagner-Weg
Kessler sagt: „Wir sind überzeugt, dass René gemeinsam mit unserem Trainerteam und der Mannschaft unser Ziel erreichen wird. René kennen und schätzen wir seit seinem ersten Engagement bei uns als Co-Trainer als ausgewiesenen Fußballfachmann. Er kennt die Mannschaft, hat einen guten Zugang zu den Spielern und wir trauen ihm absolut zu, die vorhandenen guten Leistungen nun auch wieder in positive Ergebnisse zu überführen.“

René Wagner (37/li.) übernimmt den Chefposten in Köln von Ex-Coach Lukas Kwasniok (44)
Foto: picture alliance/Norbert Schmidt
Darum hat Wagner Funkel im Nacken
Trotzdem übernimmt Wagner laut FC nur „interimsweise die Verantwortung für die FC-Profis.“ Er arbeitet ab sofort also quasi auf Bewährung, kriegt die Chance, auf die er in den letzten Jahren an der Seite von Baumgart und Kwasniok hingearbeitet hat, muss nach der Länderspielpause aber auch schnellstmöglich liefern, um zumindest bis zum Saisonende im Amt zu bleiben. Dabei hat er Funkel im Nacken.
Denn klar ist: Bleiben die Ergebnisse in den kommenden Spielen in Frankfurt (5.4.) und zu Hause gegen Bremen (12.4.) aus und Köln schmiert weiter ab, dann holt Kessler Funkel zurück, zieht seinen letzten Trainer-Trumpf und setzt im Endspurt alles auf die Erfahrung und Ruhe des Rettungs-Experten, der Köln schon so oft aus der Patsche geholfen und bewiesen hat, dass er die Dinge auf den letzten Metern drehen kann. Seine Bereitschaft einzuspringen hat Funkel längst signalisiert. Und nachdem Wolfsburg, Bremen und Gladbach die Trainer bereits gewechselt haben, ist die Gefahr aktuell gering, dass sich ein anderer Klub Funkel schnappt.
Der Auftrag für Wagner ist indes klar! Kwasnioks Nachfolger muss spätestens gegen Bremen punkten. Er muss die Mannschaft stabilisieren (15 Gegentore in 7 Spielen), er muss die Spieler aufbauen, die Kwasniok frustriert zurückgelassen hat, er muss die Fans hinter sich und die Mannschaft bringen, die Sieglos-Serie (7 Spiele) beenden und den FC über dem Strich halten.