Seit knapp zwei Monaten ist die Theodor-Heuss-Brücke für schwere Fahrzeuge wie Busse gesperrt, die Auswirkung dessen belasten Bewohner im Linksrheinischen schon jetzt erheblich. Das wurde in der Sitzung der Bezirksvertretung 4 am vergangenen Mittwoch parteiübergreifend geäußert. Für Pendler, die nicht unmittelbar in der Nähe einer Straßenbahn-Haltestelle wohnen, sei die Situation derzeit sehr mühselig, berichtete Bezirksvertreterin Astrid Wiesendorf (Grüne). Betroffen seien vor allem Bewohner von Lörick und Niederkassel. „Die Anbindung von dort zu den Straßenbahnen ist nur eingeschränkt, der Zustieg derzeit sehr schwierig.“

Die Grünen beantragten in der Sitzung daher, dass die Verwaltung mit der Rheinbahn in Kontakt treten und den Einsatz von Kleinbussen als Ersatz prüfen solle. Diese könnten als Pendel-Linie von der Prinzenallee über den Seestern bis zur Johannstraße in Golzheim fahren. Nach Vorstellung der Grünen sollten diese im 20-Minuten-Takt fahren. Der Einsatz der Flexy-Busse, deren Betrieb für genau diesen Bereich extra ausgeweitet wurde, reiche für den Bedarf nicht aus, so die Grünen.

Über die Fraktionsgrenzen hinweg äußerten die Parteien ihre Zustimmung zum Antrag, der am Ende einstimmig beschlossen wurde. Der aktuelle Zustand sei für viele Menschen wirklich untragbar, sagte CDU-Fraktionssprecher Maik André Baumann. Er erinnerte allerdings an die vorangegangene Sitzung, in der sich Vertreter der Rheinbahn zu dem Thema mit Verweis auf die aktuelle Fahrzeug-Situation bereits zurückhaltend geäußert hatten. Die Rheinbahn solle daher alle möglichen Alternativen zur Entlastung prüfen.

Eine solche könnte die Ausweitung des Fahrplans der Buslinie 833 sein, die Bewohner der äußeren Wohngebiete zumindest den Zustieg zu den Straßenbahnlinien am Belsenplatz ermöglicht. Insbesondere in den späten Abendstunden seien diese sonst förmlich abgeschnitten, sagte Olaf Nordsieck (Linke). Zudem werde die Linie derzeit nur mit einem reduzierten Angebot betrieben, berichteten mehrere Bezirksvertreter. So fährt der 833er montags bis freitags ab 20 Uhr nur noch einmal die Stunde und ab 22 Uhr gar nicht mehr. Sollte der Einsatz von Pendel-Kleinbussen auf der Heuss-Brücke nicht möglich sein, sollte zumindest diese Linie häufiger fahren, forderte die BV.

Vonseiten der Stadt wollte man sich bis Montag noch nicht auf eine Antwort festlegen. Die Vorschläge der Bezirksvertretung würden derzeit im Verbund mit der Rheinbahn geprüft, sagte ein Sprecher. „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir dazu noch keine abschließenden Angaben machen.“